Stirbt ein naher Angehöriger, ist die Trauer groß. Noch schwerer wird es, wenn nun eine Haushaltsauflösung ansteht. Zur Trauer gesellen sich schwierige Fragen: Was möchte ich behalten, was kann weg? Was mache ich mit den wertvollen Sachen, wohin mit dem Gerümpel? Und wer kann mir helfen?
„Ich empfehle, einen Freund mitzunehmen“, sagt Norbert Mucksch vom Bundesverband Trauerbegleitung. Der Freund ist eine Unterstützung, vor allem aber schaut er neutraler auf die Dinge, als man es selbst in so einer Ausnahmesituation kann. „Manche wollen viel behalten, weil sie denken, das alles unwiederbringlich ist. Was es ja auch ist“, sagt Mucksch. Das andere Extrem: Es wird ein großer Kehraus gemacht und bis auf wenige persönliche Dinge alles weggeworfen.
Beide Extreme sind nicht gesund, gefragt ist ein Mittelmaß. Wo es liegt, muss allerdings immer wieder aufs Neue entschieden werden. „Man sollte auf die emotional wichtigen Dinge achten“, rät Mucksch. So kann es sinnvoll sein, ein Kleidungsstück des Verstorbenen aufzubewahren. Vielleicht riecht es noch nach ihm. Dann kann es in der ersten Zeit immer mal wieder hervorgeholt werden. „So etwas sollte man nicht gering schätzen.“
Hochkommende Emotionen sollte man zulassen, empfiehlt der Fachmann: „Trauer braucht Ausdruck. Und Tränen und Gefühle sind dieser Ausdruck.“ Es ist für die meisten Menschen zwar gut, in dieser belastenden Situation nicht allein zu sein.
Doch es gibt Ausnahmen: Manche möchten vor der Haushaltsauflösung noch einmal alleine in den Räumen sein. Aber auch hier gilt es, sich seelischer Unterstützung zu versichern. Sinnvoll sei es, einen Freund zu fragen, ob man ihn doch anrufen kann, wenn es einem schlecht geht.
Experten empfehlen, durch die Räume zu gehen und zunächst die Sachen mitzunehmen, die man auf jeden Fall behalten möchte. Gibt es mehrere Angehörige, kann es zu Streitigkeiten kommen: etwa wem der Geschwister der Schmuck oder die wertvollen Teppiche zustehen. „Hier hilft es manchmal, wenn man sich fragt, was wohl der Verstorbene gewollt hätte“, rät Mucksch.
Den Rest kann man verschenken oder verkaufen. Zudem gibt es soziale Einrichtungen, die sich über Zuwendungen freuen. Etwa die Caritas, die mancherorts auch Haushaltsauflösungen anbietet. „Wir nehmen dann wirklich alles mit. Auch die Eiche rustikal, für die man meistens keinen Abnehmer mehr findet“, sagt Wolfgang Lohbreyer, Leiter des Möbelhofs der Caritas in Herne. „Ein Großteil unserer Kunden wäre nicht in der Lage, eine Ausräumung zu leiten.“ Im Durchschnitt kostet diese den Angehörigen etwa 500 bis 600 Euro. Bei einem gewerblichen Anbieter können Kosten in vierstelliger Höhe anfallen.
Hier sollte man sich bei mehreren Entrümplern Angebote einzuholen. Seriöse Anbieter sind dabei am besten daran zu erkennen, dass sie einen Paketpreis bieten. Die Kosten für die Entrümpelung werden mit den Preisen für die wertvollen Dinge gegengerechnet. Eine Nachrechnung wird nicht gestellt.