Es gibt sie noch, die klassische Großraumlimousine, die streng genommen nie eine echte Limousine war, sondern mehr ein Familientransporter. Neben Volkswagen mit seinem Bulli hält auch Mercedes-Benz an dieser automobilen Gattung fest und bringt aktuell eine Neuauflage der V-Klasse an den Start.
Beim Design wurde die Frontpartie dezent überarbeitet. Im Innenraum spendierten die Designer der V-Klasse neue Zierelemente und Lüftungsdüsen in „sportlicher Turbinenoptik“.
Im Innenraum der wuchtigen V-Klasse erleben Fahrer und Passagiere den Limousinenteil des Familientransporters. Das Interieur entspricht den Limousinen des Hauses – nur ist das Raumgefühl eben ein ganz anderes. Hier ist alles eine Nummer größer. Der Fahrer blickt auf eine Instrumentenlandschaft, wie man sie aus den „echten“ Limousinen der Marke kennt.
Die neue V-Klasse kommt in drei Längen und zwei Radständen auf den Markt: 4,90 Meter, was einer E-Klasse entspricht, sowie 5,14 und 5,37 Meter. Die Radstände variieren zwischen 3,2 und 3,43 Meter für die Langversion.
Nachdem der Selbstzünder die immerhin gut 2,2 Tonnen schwere V-Klasse in Fahrt gebracht hat, vergehen einige Minuten, bis man sich an die Ausmaße gewöhnt hat. Die Kraftübertragung übernimmt eine bestens aufgelegte 9G-Tronic-Automatik, die zum ersten Mal in der V-Klasse verfügbar ist.
Die Gangart der Limousine ist durchaus dynamisch. Dazu trägt auch bei, dass sie selbst in schnell gefahrenen Kurven trotz des hohen Aufbaus auf Wanken verzichtet und sich wie eine Limousine bewegen lässt.
Vorbei die Zeiten, da man dem Modell einen gewissen Nutzfahrzeug-Charakter anmerkte. Allerdings würde man sich eine Lenkung mit mehr Rückmeldung wünschen.
Mehr Komfort
Auch in der Abteilung Komfort entspricht das neue Modell den Erwartungen, die man an einen Mercedes knüpft. Insgesamt 13 Sicherheits- und Assistenzsysteme sind für die neue V-Klasse verfügbar. Besonders dankbar werden Fahrer und Passagier vermutlich für den Seitenwind-Assistenten sein, der den Fahrer bei Bedarf auf Spur hält.
Daneben reicht die aus anderen Baureihen bekannte Palette vom aktiven Bremsassistenten über den Fernlicht- und Totwinkel-Assistenten bis zum aktiven Parkassistenten, der passende Parklücken erkennt und in Längs- und Querparklücken einparken kann.
Nicht nur Großfamilien und Menschen mit ausgeprägten Freizeitaktivitäten wurden als Kunden ausgemacht. Auch Fahrdienste und Selbstständige sollen zugreifen.
Im kommenden Jahr soll eine elektrisch angetriebene V-Klasse als EQV auf den Markt rollen. ampnet/deg