Erschwingliche Badezimmerträume in Schwarz, Rot, Gold und Weiß: Die Hersteller präsentieren farbige Armaturen in glänzender oder matter Optik.
Goldene Wasserhähne im Badezimmer – damit wurde bislang meist die peinliche Zurschaustellung unerhörten Reichtums verbunden. Und ausgerechnet goldene Wasserhähne haben nun immer häufiger Badausrüster im Angebot für die Sanitärräume durchschnittlich verdienender Menschen. Was hat es damit auf sich?
Nun muss man zunächst erwähnen: Nichts ist hier aus purem Gold. Diese Wasserhähne sind nur goldfarben. Und die Hersteller wollen damit grundsätzlich erreichen, dass sich die Farbpalette der Produkte erweitert. Dazu bieten sie verstärkt Gold, aber auch andere Metallfarben an, etwa Roségold, Bronze und Metallgrau. Daneben findet sich eine Vielzahl an tiefschwarzen oder weißen Neuheiten, ungewöhnlich sind darunter die matten Alternativen. Und auch schon erste rote, grüne und blaue Armaturen gibt es. Dass Armaturen nun neue Farben bekommen, ist vielleicht die größte Veränderung in Badezimmern seit langer Zeit. Bei den Armaturen veränderten sich bislang nur mal die Form sowie die versteckte Technologie in den Hähnen, Duschköpfen und Schläuchen. Farbige Hüllen beziehungsweise schwarze Varianten sind hier also etwas ganz Neues.
Die neuen Armaturen sind die Begleiter der neuen farbigen Keramiken, die zuletzt bei der Weltleitmesse für Sanitäranlagen, der ISH in Frankfurt im März, in großer Vielzahl präsentiert wurden. Die allermeisten Hersteller setzen hier auf graue und schwarze Wannen, Becken und Schüsseln. Aber auch starke Grün- und dunkle Rottöne sind in. Die Armaturen dazu sind golden oder schwarz. „Es ist unser Ansatz, das Bad insgesamt zu adressieren“, erklärt dazu Frank Richter, CEO von Duravit.
Alle Details müssen stimmen und eine optische Einheit ergeben. Daher sollten Richters Meinung nach auch der Stöpsel samt Stiel hinten am Wasserhahn entsprechend gefärbt sein. Bestenfalls sind der Siphon und die Profile am Spiegel farblich auf die ganze Wascheinheit abgestimmt.
Denn alle Details zusammen erzielen erst eine Wirkung von Wohnlichkeit, sagt Richter.
Vermehrt wünschten sich die Kunden ihr neues Bad nicht nur als Nasszelle, sondern als Lebensraum.
Daher sei es hier wichtig, die Einrichtung genauso abgestimmt und komplett durchgeplant anzugehen, wie man das auch in anderen Wohnräumen macht.
Alternativ bilden die goldenen Elemente zu schwarzen, grauen und weißen Keramiken kontrastreiche Akzente. Jens J. Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft, zieht einen Vergleich mit der Mode: Accessoires in Gold wirken besonders wertvoll oder auffällig. „Und genauso ist es im Bad: Ich kann damit einen Hingucker schaffen.“ Ob die goldenen Elemente aber letztlich Anklang in Westeuropa und vor allem in Deutschland finden werden: Da waren sich die Sanitärexperten auf der ISH uneinig. Allerdings stoßen derzeit im Bereich der Wohndekorationen und Kleinmöbel schon Goldelemente auf großes Interesse – das könnte sich auf das Badezimmer übertragen. Einen Tipp dazu hat Wischmann: Weniger opulent wirken mattgoldene Wasserhähne. „Es muss ja nicht immer hochglänzend sein.“