Wenn Mütter ihre eigenen Bedürfnisse vernachlässigen, schleichen sich Unzufriedenheit und schlimmstenfalls auch Krankheiten ein. Kochen, Waschen, Elternabenden, Kuchenbuffets, Kindergeburtstage und „nebenbei“ noch Partnerschaft und Job: „Der Alltag als Mutter gerät gerne mal in den Schleudergang eines Hamsterrads und verselbständigt sich“, weiß Katharina Hofer-Schillen, Expertin für Work-Life-Balance und Autorin des Buchs „Die Mami-Challenge“. „Dann ist es höchste Zeit, sich die Kontrolle zurückzuholen. Das Erfolgsrezept: lieber gelassen, als perfekt.“ Wie Mütter trotz aller Belastung und Herausforderung neue Kraft schöpfen, verrät die Expertin, selbst Mutter zweier Kinder:
1. Persönliche Werte erkennen
Hier geht es um die Frage: Passt mein Leben zu mir? Diese Übung hilft: Alles notieren, was einem wichtig ist, und nach Prioritäten ordnen. Die obersten fünf Dinge sind die Hauptwerte und bestimmen das Glücksgefühl. Sind sie im Lot, ist alles gut. Wenn nicht, ist es Zeit für Veränderungen, sonst entsteht ein Wertemangel, der unzufrieden macht.
2. Persönliche Bestandsaufnahme
Das Leben ist ganz okay, aber irgendwo drückt der Schuh? Die Folge ist Unzufriedenheit. Hier hilft es, herauszufinden, in welchen Lebensbereichen es nicht rund läuft: Job, Kinder, Partnerschaft, Finanzen, Gesundheit? Den Ist-Zustand und das Ziel definieren: Ist die Diskrepanz groß, ist Handeln angesagt. Schon kleinste Veränderungen können viel bewirken. Zum Beispiel: Statt eine Diät zu machen, einfach zwei, drei Dinge weglassen. Wer sich mehr Zeit mit dem Partner wünscht, verabredet einen fixen Tag im Monat.
3. Hilfe annehmen
„Das schaffe ich schon, nur nicht lästig sein“ – diese Gedanken haben Frauen leider sehr oft. Es ist kein Zeichen von Schwäche, sein Umfeld um Unterstützung zu bitten. Es hilft, sich ein Netzwerk aus mindestens fünf Menschen aufzubauen, die einem zur Seite stehen können.
4. Authentisch sein
Wenn der Job stresst, darf das die Familie wissen. Und wenn Mamas traurig sind auch. Klare Ansagen zählen, dann weiß das Umfeld, was in der Mutter vorgeht und was ihr wichtig ist. Auch gerne Verantwortung den Kindern übertragen nach dem Motto: „Ich brauche eure Unterstützung.“
5. Mut zur Lücke
Wenn Mama entspannt ist, tut das der ganzen Familie gut. Meist sind es die eigenen Ansprüche, denen man hinterherjagt: Fertigpackung statt Bio-Muffins, saubere Klamotten wieder in den Schrank statt in die Waschmaschine. Deswegen: Druck rausnehmen, Kaffee trinken oder laute Musik hören. Der Haushalt kann warten und die Devise sollte lauten: Minimaler Einsatz mit maximalem Ergebnis.
7. Zeitmanagement
Am Sonntagabend die Woche im Detail durchplanen. Wer einen Partner hat, bespricht mit ihm: Wer holt wann die Kinder ab etc. Das schafft Orientierung und Ruhe.
8. Qualität im Leben
Niemals die eigenen Bedürfnisse vernachlässigen! Meist navigieren wir an unseren Zielen vorbei. Hier hilft aufzuschreiben, was einen fröhlich stimmt Und dann: Einfach machen.