Top motiviert starten die Landesliga-Fußballer des Sportbund (SB) DJK Rosenheim in die neue Saison. Mit gleich drei Spielen in acht Tagen erwartet sie zum Auftakt ein strammes Programm.
In der letzten Saison zehrte der Sportbund lange von seinem guten Saisonstart mit elf Punkten aus sechs Spielen. Eine Negativserie zum Ende des Herbstes mit acht Niederlagen in neun Spielen brachte den Sportbund arg ins Schlingern und kosteten Trainer Seidel seinen Posten. Auch sein Nachfolger Rudi Schlosser konnte das Ruder nicht herumreißen.
Stattdessen ging man nach dem Motto vor „Alte Besen kehren gut“ und holte für die Frühjahresrunde den Erfolgscoach vergangener Jahre, Walter Werner, an die Pürstlingstraße zurück. Mit ihm lebte die Mannschaft wieder auf – und doch musste bis zum letzten Spieltag um den direkten Klassenerhalt gezittert werden.
Eine turbulente Saison mit drei Trainern, aber mit Happy End, liegt hinter den Grün-Weißen. Die Aufgabe, das Sportbund-Schiff wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen, wurde Harry Mandl übertragen.
Harry, was hat Dich überzeugt, zum Sportbund zu gehen, obwohl das Abstiegsgespenst in den letzten Jahren im Josef- März-Stadion allgegenwärtig war?
Nachdem der sportliche Leiter Günter Güttler mich kontaktierte und die im Telefonat bereits greifbaren Gemeinsamkeiten sowie die sportliche Ausrichtung in einem persönlichen Gespräch mit Günter und Thomas Leppert, Abteilungsleiter Fußball, vertieft wurden, stand die Entscheidung fest, ein Teammitglied des Sportbundes zu werden.
Vom sicheren Posten als Aufstiegstrainer in Vogtareuth zum Sportbund DJK Rosenheim?
Ein sicherer Posten als Fußballtrainer ist immer auch mit Erfolg verbunden und selbst dieser ist nicht immer Garant für eine Weiterbeschäftigung. Deshalb ist meine Zeit bei einem Verein auch selbst limitiert – wenn ich nach drei Jahren keine sportliche Weiterentwicklung des Teams erreicht habe, nützt auch kein weiteres Jahr, um Versäumtes nachzuholen. In Vogtareuth haben wir unser Ziel bereits nach zwei Jahren erreicht. Eine Weiterbeschäftigung war somit nicht mehr zwingend erforderlich und die Zeit für eine neue Herausforderung gegeben.
Von 24 Spielen in der Kreisklasse auf 34 in der Landesliga, wie wirkt sich das auf Deine Saisonplanung aus?
Aufgrund des deutlich höheren Leistungsniveaus habe ich nun auch die Voraussetzung, drei- bis viermal die Woche zu trainieren. Aber auch die in dieser Liga zur Verfügung stehenden medialen Werkzeuge bieten die Möglichkeit, Spielsequenzen zu analysieren und mehr denn je Automatismen im Trainingsbetrieb zu entwickeln und diese in den Wettkampf erfolgreich zu integrieren.
Deine Trainer- und Spielphilosophie?
Im Gespräch mit den Verantwortlichen versuche ich, diese von meiner Spielidee zu überzeugen. Ergibt sich daraus eine gemeinsame Sprache, wird das Team davon begeistert. Nun setzen wir einen Baustein auf den nächsten. Woche für Woche in kleinen, aber nachhaltigen Schritten. Bis der Spieler erkennt, dass die vielen Übungen, die schweißtreibenden und anstrengenden Trainingseinheiten einen Sinn ergeben.
Es gab viele Abgänge beim Sportbund. Sind diese kompensierbar durch mannschaftliche Geschlossenheit?
Den Abgängen steht auch eine Reihe von entwicklungsfähigen Neuzugängen gegenüber. Der Teamgedanke ist sehr wichtig, aber er kann nicht sämtliche Lücken füllen. Aktuell haben wir einen willensstarken und ausbaufähigen 16-Mann-Kader zur Verfügung.
Hast du weitere Verstärkungen im Auge?
Der Kader wird sich in den nächsten Wochen qualitativ entwickeln, in der Breite müssen wir jedoch nachlegen. Aktuell ist er für ein Landesligaprogramm zu dünn. Daran arbeiten wir.
Du arbeitest aktuell ohne Co-Trainer. Gibt es hier Kandidaten für den Posten?
Ein Co-Trainer wäre wünschenswert, ist jedoch bei aufgeführter Kadergröße nicht zwingend erforderlich. Unabdingbar ist jedoch ein Torwarttrainer. Hier haben die Verantwortlichen gehandelt und mit Heinz Irber einen hervorragenden Experten seines Faches gewinnen können.
Wo ist der Sportbund in fünf Jahren?
Der Sportbund Rosenheim, so wie ich ihn in den letzten Wochen kennenlernen durfte, hat sehr viel Potenzial. Manchmal braucht es etwas Mut, manchmal auch einen Schritt zurück, sicherlich jedoch eine vo-rausschauende Sichtweise, um nachhaltigen, erfolgreichen Fußball zu gewährleisten.