Eine Radreise durch Frankreich eröffnet vielfältige Eindrücke von dem Nachbarland mit seinen sehr unterschiedlichen Teilregionen. Von Straßburg aus startet der französische Schnellzug TGV und nimmt das vorher zum Reisegepäck zerlegte Fahrrad mit.
„Petit France“ – das „kleine Frankreich“ ist das Kernstück der Stadt mit dem Sitz des Europaparlaments. Die Fachwerkbauten rund um die Kathedrale ziehen viele Besuchergruppen an, die auch auf Ausflugsschiffen auf dem Fluss Ill unterwegs sind – ein Auftakt nach Maß.
Hohe Lebensqualität an der Garonne
Die Radreise startet in Bordeaux, einer der derzeit beliebtesten Städte in Europa. Das Stadtbild ist durch viele historische Bauten ehrwürdig, die Lebensqualität an der Garonne mit ihren vielen Uferparks hoch. Viele junge Leute sind auf E-Scootern unterwegs.
Von hier aus geht es mit dem Rad zur Dordogne. Ein sehr schönes Stück verläuft auf einer „voie verte“, einer zur Radtrasse umgebauten Bahnstrecke, entlang von zum Bistro umgewandelten Bahnhöfen und durch alte Tunnel. Der 483 Kilometer lange Fluss ist nicht begradigt und der Inbegriff eines noch weitgehend natürlich erhaltenen Fluss-Lebensraums. Lediglich Stauwehre und Wasserkraftwerke zeugen vom Eingriff des Menschen, ansonsten findet man hier eine urwüchsige Landschaft vor. Zeltplätze direkt am Fluss mit Bademöglichkeiten und viele Kanugruppen sind Zeichen einer intensiven touristischen Nutzung und ebensolcher Attraktivität für Natururlauber, die gerne Ferien am Wasser machen. Ruhige Straßen, ideal zum Tourenradeln, verbinden kleine historische Städte, wie beispielsweise Bergerac, das mit einer urigen Altstadt, gehobener Gastronomie und Ausflügen auf traditionellen Flussschiffen, den „gabarres“, ähnlich den Innplätten, punkten kann.
Überhaupt haben Inn und Dordogne als alte Verkehrs- und Transportachsen gewisse Ähnlichkeiten aufzuweisen. Ein Großteil des Handels spielte sich auf dem Wasser ab. Links und rechts der Dordogne prangen große und kleine Burgen, deren Anzahl weit höher ist als die an der Loire. Beynac und Sarlat sind nur zwei der historischen Aushängeschilder, auch die Höhlensiedlung La Roque bietet ein spektakuläres Bild.
Von Argentat aus wird es hügelig, denn jetzt geht es durch das Zentralmassiv, und das Teilstück der Tour endet in Clermont-Ferrand, von dessen Stadtzentrum aus man den Vulkankegel des Puy de Dome erkennen kann – als UNESCO-Welterbestätte ebenfalls ein lohnendes Ziel. Lyon schließlich ist der krönende Abschluss einer aufschlussreichen Radtour in West-Ost-Richtung durch Frankreich. Die Stadt liegt am Zusammenfluss von Saone und Rhone, und genau hier hat sich städtebaulich einiges getan. Auf dem Wasser dümpeln noch traditionelle Lastkähne, doch die Architektur ist innovativ und futuristisch: Im Projekt „Confluence“ gibt es eine riesige Mall, sogar mit Kletterhalle, in der Nachbarschaft lädt die nächtliche Clubszene. Im Altstadtviertel Saint Jean bezaubern viele kleine, originelle Läden das Publikum.
Das Marionettenmuseum Guignol ist hier zu finden, und das Filmmuseum besticht mit Originalkulissen aus der Verfilmung von „Das Parfüm“.
All dies lässt sich bestens mit der „Lyon-Card“ erkunden, die viele Gratiseintritte in Museen ermöglicht. Tolle Blicke genießt man als Besucher immer wieder von den Brücken aus auf das faszinierende Stadtensemble – vive la France! Mehr Informationen gibt es bei Atout France, Französische Zentrale für Tourismus, Postfach 100128, 60001 Frankfurt am Main, info.de@atout-france.fr. Andreas Friedrich