Wäre er zu schmecken, wären alle Sinne bedient. Der Aston Martin DB 11 AMR zeigt seinen Insassen, was die Automobilindustrie zu bieten hat. Der kompakte Schlüssel lässt schon erahnen, dass hinter den Funktionen des Öffnens von Fahrgastraum und Gepäckraum eine ganz besondere Ladung automobiler Ingenieurskunst steckt.
In geduckter Haltung erwartet das Coupé seine Gäste. Nach dem Abklappen der etwas eigenwilligen Türöffner werden die Passagiere vom offensiven Ledergeruch empfangen. Zuvor gilt es, die Meisterleistung des Designs wahrzunehmen. Die britische Sportwagenschmiede, die überwiegend mit Karbonfasern gearbeitet hat, um den DB 11 AMR auf die Gummiwalzen zu stellen, lässt die Nähe zu Silverstone erkennen.
Unbändige Kraft unter der Haube
Da mittlerweile auch die Formel I von Aston Martin bereichert wird, sind die Briten im Rennsport eine nicht zu übersehende Größe.
Es steckt auch nahezu unbändige Kraft unter der Fronthaube, die sich nur von zwei Seiten aus dem Innenraum öffnen lässt. Offensichtlich eine Vorsichtsmaßnahme, damit nicht versehentlich an dem Öffner für die 639 Pferdestärken* gezogen werden kann. Ansonsten ist auch der Innenraum relativ eigenwillig angeordnet. Vor- und Rückwärtsfahrten lassen sich durch Knopfdruck bestimmen, wie auch die Neutral- und Parkstellung des automatischen 8-Gang-Getriebes. Das muss immerhin mit 700 Newtonmetern Druck auf das Metall klar kommen. Schon bei 1500 Umdrehungen ist die Kraft vorhanden. Obwohl 5204 Kubikzentimeter Hubraum reichen sollten, um genügend Sportlichkeit zu erreichen, belässt es Aston Martin nicht dabei. Der Dienstwagen des Geheimagenten James Bond wird zusätzlich von zwei Turboladern zwangsbeatmet. Zwölf Zylinder in V-Anordnung sorgen für den Antrieb. Bei dieser Konstellation hat die britische Nobelmanufaktur nicht nur an die sportlich ambitionierten Käufer gedacht. Andere Fahrer können etwa im GT-Modus unterwegs sein. Per Knopfdruck lässt sich der Sport- oder Supersport-Modus einstellen. Überdies lassen sich noch die Dämpfereinstellungen entsprechend hart vorwählen. Einige serienmäßige Assistenzsysteme sorgen dafür, dass genügend Zügel angelegt werden können. Insbesondere in den Sportmodi ist aber merklich, wie druckvoll das Getriebe auf den Heckantrieb einwirkt. Der rechte Fuß sollte gut dosieren können, um mit dem Geschoss von der Insel klarzukommen.
Da der Platz im Gepäckabteil gerade so für einen Golfbag reichen sollte, ist eine weitere Voraussetzung geschaffen, den bildschönen Aston Martin über die Vorzeigeboulevards der Welt fahren zu lassen. .*Verbrauchswerte: ECE-Durchschnittsverbrauch: 11,9 Liter, Testverbrauch: 13,8 Liter, CO2-Emissionen (Normverbrauch): 265g/km (Euro 6)