Vorsicht an der Zapfsäule!

von Redaktion

Falscher Kraftstoff führt zu kostspieligen Schäden am Fahrzeug

Benzin statt Diesel: Falsches Betanken kann teuer werden – insbesondere dann, wenn Diesel-Aggregate mit Sechs- oder Acht-Zylinder-Motoren betroffen sind. Dann kann der Schaden bis zu 10000 Euro betragen.

Problematisch ist das insbesondere, weil Benzin keinerlei Schmierwirkung besitzt. Deshalb wird die teure Hochdruckpumpe schon wenige Sekunden nach dem Anlassen zerstört. Damit nicht genug: Es bilden sich feine Metallspäne, die sich sofort in der gesamten Einspritzanlage verteilen.

Im Extremfall müssen dann Pumpe, alle Einspritzdüsen, Leitungen und der Tank erneuert werden.

Wer den Tankfehler rechtzeitig erkennt, sollte umsichtig handeln: Erst gar nicht die Zündung einschalten, sonst pumpt die elektrische Vorförderpumpe das Benzin Richtung Motor. Und natürlich auf gar keinen Fall starten! Auch nicht, um das Auto von der Zapfsäule wegzufahren. Stattdessen abschleppen und das Benzin in der Werkstatt abpumpen lassen.

Nicht die Zündung einschalten

AdBlue in den Kraftstofftank gefüllt? Das hat ähnliche Folgen wie bei Benzin statt Diesel. Denn AdBlue ist eine wässrige Harnstofflösung und hoch korrosiv. Es ist schwerer als Diesel oder Benzin, vermischt sich nicht und legt sich unten in den Tank, von wo es zuerst angesaugt wird und in die Einspritztechnik gelangt. Dort bildet sich sofort Rost, der Pumpe und Düsen zerstört. Auch hier gilt: nicht starten, sondern abschleppen und den Tank aussagen lassen.

Diesel statt Benzin getankt? Bei höherem Dieselanteil statt Benzin im Tank läuft der Motor nicht mehr richtig. Normalerweise geht dabei nichts kaputt. Daher genügt es, wenn die Werkstatt den Tankinhalt abpumpt, die Einspritzanlage vom Diesel befreit und einen neuen Kraftstofffilter einsetzt. Außerdem sollte sie mittels Endoskop prüfen, ob unverbrannter Kraftstoff bis zum Katalysator oder bei neueren Modellen bis zum Partikelfilter vorgedrungen ist.

E10 statt Super oder Super Plus getankt? In der Regel nicht dramatisch. Die Zahl der Fahrzeuge, die kein Fall E10 vertragen, ist klein. Und selbst diese erleiden nicht sofort einen Schaden, wenn sich das E10 mit dem Rest des Benzins vermischt.

Abhilfe ist nicht erforderlich, außer der Motor ist nicht für E10 freigegeben, und der Tank war nahezu trocken. Dann sollte die Zündung nicht eingeschaltet werden und die Werkstatt den Tank entleeren.

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