Noch bis zum 11. September läuft die Elektronikmesse IFA in Berlin. Einige Hersteller von Elektrogeräten speziell für den Haushalt haben bereits erstaunliche Neuheiten gezeigt. Dabei fallen häufig die Stichworte KI und AI: Künstliche Intelligenz beziehungsweise Artificial Intelligence.
Herd, Waschmaschine und viele andere Haushaltshelfer werden immer öfter in der Lage sein, ihren Nutzer besser zu verstehen und mit ihm zu interagieren. Je länger man ihnen die Gelegenheit gibt, das Nutzungsverhalten der Besitzer zu analysieren, desto schlauer werden sie.
Bosch zeigt erstmals einen Backofen mit künstlicher Intelligenz: „Wenn Sie den Ofen mit Ihrem Backhendl immer zum selben Zeitpunkt ausmachen, wird das Gerät das schnell lernen“, erklärt Thomas Salditt, Leiter der Abteilung Digital Business Enabling bei Bosch Siemens Hausgeräte. Das eigentliche Hirn der KI sitzt nicht im Gerät selbst. „Wenn Sie Ihr Gerät einfach nicht verbinden, kann es keine Daten aus der Cloud ziehen und nicht lernen“, erläutert Salditt. Bis Frühjahr 2020 will Bosch alle smarten Serie-8-Öfen der Kollektion „accent line“, die bestimmte Gar-Sensoren an Bord haben, zusätzlich um KI erweitern.
Selbstständiger dank Sensoren agieren auch die neuen Backöfen der Generation 7000 von Miele. Sie verständigen ihren Besitzer nicht nur mit einem Signalton, wenn die Garzeit beendet ist. Eilt der Koch herbei, beendet der Ofen den Alarm und schaltet die Beleuchtung im Garraum ein.
Möglich ist das dank Infrarotsensoren in der Geräteblende. Die Funktion „MotionReact“ gibt es unter anderem auch für Dampfgarer, Kaffeevollautomaten und Geschirrspüler. Schlaue Geräte werden in erster Linie den Komfortgedanken bedienen. Ideen, wie das in naher Zukunft aussehen kann, gibt es in der Branche genug. „Der Saugroboter weiß, wenn Sie nicht da sind und saugt dann“, nennt Salditt ein Beispiel.
Trinkt der Bewohner nachts gern noch ein Glas Milch, kühlt der mitdenkende Kühlschrank kurz vor dem üblichen Trink-Zeitpunkt noch mal herunter, damit die Milch angenehm kalt ist. KI bietet bei vielen Geräten darüber hinaus die Option, Betriebskosten einzusparen. Beispiel Kühlschrank: Das Gerät hat gelernt, dass der Nutzer nach dem Glas Milch die Tür über Stunden nicht mehr öffnet und wird die Kühlung einschränken und Strom sparen. Und der Saugroboter arbeitet effizienter, weil er Wege schlauer berechnet. Auch bei den Hausgeräten ohne KI tut sich viel in Sachen Intelligenz und Nutzerfreundlichkeit. Aktuell fallen vor allem Funktionen auf, mit denen bisher getrennt agierende Geräte nun zusammenarbeiten.
Zum Beispiel können das ActiveLight-Kochfeld der Serie iQ700 von Siemens und die smarte Dunstabzugshaube so zusammenarbeiten, dass immer in passender Stärke gesaugt wird. Ein integrierter Luftgütesensor registriert dafür die aufsteigende Dunstmenge. Und AEG verbindet nun seine Waschmaschine und den Trockner der 9000er Serie über eine App: Arbeitsschritte und Einstellungen werden synchronisiert.