Noch immer klingt der Begriff „Neunelfer“ wie Musik in den Ohren der Automobilisten. Spätestens, wenn die sechs Zylinder aus dem Heck des Zuffenhausener Parademodells ertönen, dürften sich Blutdruck und Herzschlag beim Fahrer nach oben bewegen. Beim Porsche 911 Carrera ist es in erster Linie die Phonstärke und die Drehzahl der Kurbelwellen im Heck.
Da die Boxerbauart einen ungewöhnlich tiefliegenden Schwerpunkt garantiert, eignet sich der 911er für sportliche Herausforderungen. Natürlich bleibt die klassische Form auch beim überarbeiteten Modell erhalten. Nur lassen sich immer wieder Details verbessern: Zum Beispiel mit einem aerodynamisch optimierten Unterboden oder einer Verbesserung des Windwiderstandes durch die Karosserie. Die Summe der leichten Veränderungen macht den aktuellen Porsche 911 Carrera S als Cabriolet aus.
Um auf der Höhe der Zeit zu sein, lässt Porsche keine Innovationen aus, die dem sportlichen Touch des Fahrzeugs zuträglich sind. Dass auch einmal die Sitzheizung oder –Lüftung dabei im Zubehörregal auftauchen, lässt wohl eher die betuliche Fangemeinde frohlocken, die das Cabrio gern für die sonntägliche Spazierfahrt aus der Garage holt. Da ein Gepard auch nicht mit kontinuierlich Höchstgeschwindigkeit durch die Steppe jagt, nur weil er das schnellste Tier am Boden ist, musst ein 911er auch nicht konsequent am Limit seiner Höchstmarke von 306 Stundenkilometer chauffiert werden.
Der Schlüssel bleibt in der Tasche
Wer sich in zentraler Position hinter dem Lenkrad platziert, darf den Schlüssel mittlerweile in der Tasche behalten. Nur der integrierte Schalter links vom Lenkrad muss gedreht werden, um das Blubbern aus dem Heck zu wecken. Per Tastendruck werden auch mittels Klappensteuerung die Tonarten in der Abgasanlage geändert, sodass die Ausfahrt ihren eigenen Charakter bekommt.
Clevere Anordnung im Inneren
Eingängig ist die Anordnung der Bedienungsinstrumente im Cockpit. Ob Tempomat mit Radar-Abstandsunterstützung oder elektrische Funktion des Stoff-Cabriodaches, alle Hebel und Schalter haben ihren Platz. Der allerdings ist weniger bequem für Mitfahrer, wenn es mehr als einer ist. Die hinteren Plätze sind als Notsitze anzusehen und nur für kurze Distanzen zumutbar. Auch stößt ein 911er naturgemäß bei seiner Transportfähigkeit an seine Grenzen. Immerhin: Unter der Fronthaube finden etwas mehr als zwei Bierkästen übereinander Platz.Kurt Sohnemann