Von den 21 Millionen Heizungen in Deutschland sind 13 Millionen technisch veraltet. Trotzdem laufen sie meistens weiter, solange es noch geht. Denn so ein Austausch kostet viel Geld. Aber selbst mit einer kleineren Investition kann man die Heizung immerhin etwas fitter machen:
Wann ist die
Heizung alt?
„Eine Heizung, die älter als 15 Jahre ist, gilt als technisch veraltet“, sagt Jens Hakenes von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online. „Aber auch jüngere Modelle sind oft nicht mehr auf dem aktuellen Stand.“ Er rät, regelmäßig den Zählerstand zu prüfen. „Liegt der Energieverbrauch über dem Durchschnitt, stimmt oft etwas nicht.“
Die Alarmzeichen
Wird die Wohnung nicht überall warm, kommt offensichtlich nicht bei allen Heizkörpern genügend Wasser an. Sie gluckern oder heizen weiter, obwohl sie abgestellt wurden. Auch ohne äußere Anzeichen kann die Heizung ineffizient arbeiten und eine Belastung für die Umwelt sein. „Deshalb sollten Heizungen regelmäßig gewartet werden“, erklärt Helmut Bramann vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima.
Was kann man tun?
„Schon die Nachrüstung moderner Ventile und Armaturen und die Optimierung der Systemtemperaturen können den Brennwertbetrieb optimieren und damit die Heizung fitter machen“, erläutert Bramann. „Auch der Austausch einer alten Heizungspumpe trägt zu einer höheren Effizienz bei.“ Selbst der Austausch kleinerer Teile wie der Thermostatventile kann etwas bewirken. „Nach circa zehn Jahren gehen sie häufig kaputt. Da kann man programmierbare Thermostate einbauen“, sagt Hakenes. Das kann der Heimwerker auch selbst erledigen. „Auch bei jüngeren Heizungen ist ein hydraulischer Abgleich oft sinnvoll.“ Der sorgt dafür, dass das Wasser gleichmäßig durch die Leitungen fließt. „Der hydraulische Abgleich trägt dazu bei, die eingesetzte Energie gezielter zu nutzen. Das spart Kosten und verringert den CO2-Ausstoß.“
Lohnen sich Reparaturen?
Mit kleinen Tricks arbeitet die alte Heizung effizienter. Trotzdem raten Experten zum Nachrechnen, ob sich im konkreten Fall der Austausch von Komponenten gegenüber dem Neukauf lohnt. „Ohne finanziellen Aufwand sind größere Einsparungseffekte an älteren Heizungen unrealistisch“, erklärt Andreas Lücke vom Bundesverband der Heizungsindustrie.
Wann lohnt
der Tausch?
Wer auf einen anderen Heizträger wechseln möchte, sollte damit nicht warten, bis die Heizung kaputtgeht. „Springt sie im Winter nicht mehr an, wird sie oft durch das erstbeste neue System ersetzt“, erklärt Hakenes.
Wartungsintervalle
„Am besten einmal im Jahr vor der Wintersaison, damit die Heizung nicht beim ersten Frost ausfällt“, empfiehlt Bramann. Viele Fachbetriebe bieten einen standardisierten Heizungs-Check an, bei dem die Schwachstellen der Anlage ermittelt werden. „Oft ist sie nicht optimal eingestellt. Die Regelungstechnik der Heizung kann dann neu programmiert werden, damit sich Verbrauchs- und Emissionswerte verbessern.“