Wer einen Pflegegrad beantragt, hat Aussicht auf eine Rehabilitation. Denn es gilt das Prinzip „Reha vor Pflege“. Danach muss jeder Gutachter feststellen, ob und in welchem Umfang eine medizinische Reha geeignet, notwendig und zumutbar ist.
So fällt unter das Kriterium der Reha-Bedürftigkeit, ob eingeschränkte Mobilität zur sozialen Isolation führen kann. Geprüft wird auch, ob der Betreffende überhaupt in der Lage ist, mehrmals täglich aktiv an einer Rehabilitation teilzunehmen.
Prinzip „Reha vor Pflege“
Ist das der Fall, kann er dort beispielsweise lernen, selbstständig zwischen Bett und Rollstuhl zu wechseln oder eine Treppe sicher zu bewältigen. „Diese sogenannte gesonderte Präventions- und Rehabilitationsempfehlung ist Teil des Gutachtens, auf dessen Grundlage die Einstufung in einen Pflegegrad erfolgt“, erläutert Jana Wessel von der bundesweiten Compass Pflegeberatung.
„Ziel ist es, Selbstständigkeit und Mobilität so lange wie möglich zu erhalten, vielleicht sogar zu verbessern.“ Ist der Versicherte mit den Reha-Empfehlungen einverstanden, leitet die Pflegekasse die weiteren Schritte ein. Es muss kein zusätzlicher Antrag gestellt werden.
Unter der kostenfreien Telefonnummer 0800-1018800 gibt es für alle Versicherten weitere Informationen.
Mobilität möglichst lange erhalten
Da ältere Menschen meist mehrere Erkrankungen haben, benötigen sie eine geriatrische Rehabilitation, die alle bestehenden Beschwerden berücksichtigt. In der Regel findet diese in einer entsprechenden Abteilung eines Krankenhauses oder in einer speziellen Reha-Klinik statt.
Für Heimbewohner, oder wenn kognitive Beeinträchtigungen wie Sehstörungen das gewohnte Umfeld für die Behandlung erforderlich machen, gibt es auch die Variante der mobilen oder ambulanten Rehabilitation.
Spezielle Angebote für Ältere
Um eine dem Alter entsprechende Leistungsfähigkeit zu erhalten, gibt der Gutachter zudem Präventionsempfehlungen.
Oft bewegen sich Ältere zu wenig, was zu Muskelabbau und erhöhtem Sturzrisiko führt. Moderate, aber regelmäßige Bewegung und Gleichgewichtstraining können dem abhelfen. Auch Rückentraining, ein Trinkplan gegen Flüssigkeitsmangel, Ernährungstipps zum Abnehmen oder Gewichtserhalt und regelmäßige Mundhygiene für die Zahngesundheit sind vorbeugend zu empfehlen. be.p/Sabine Junge