Wer durch Modemagazine blättert, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Überall tummeln sich wilde Kreationen: High Heels mit schwindelerregenden Absatzhöhen, zarte BH-Modelle und riesige Designer-Handtaschen.
Nicht selten drängt sich die Frage auf: Sind diese Teile wirklich alltagstauglich? Tatsächlich können bestimmte Kleidungsstücke negative Auswirkungen auf den Körper haben und die Wirbelsäule belasten. Die Aktion Gesunder Rücken (AGR) kennt die größten Rückensünden.
Einseitig und
schwer zu tragen
Die Handtasche ist besonders für Frauen im Alltag ein ständiger Begleiter. Doch sie belastet den Rücken, weil sie häufig sehr schwer ist und nur auf einer Seite getragen wird. Die Wirbelsäule gerät in eine unnatürliche Schieflage – Rückenschmerzen und Verspannungen können die Folge sein.
Deutlich rückenfreundlicher ist ein ergonomischer Rucksack, der das Gewicht gleichmäßig auf beiden Schultern verteilt. Wer sich nicht von der Handtasche trennen kann, sollte ihren Inhalt einmal gründlich aussortieren, um das Gewicht und damit die Belastung des Rückens zu reduzieren.
Guter Halt statt
zarte Spitze
Egal ob aus Scham oder Unwissen: Etwa 80 Prozent der Frauen tragen die falsche BH-Größe. Das kann dem Rücken schwer zusetzen. Ist der BH etwa zu groß, kann er nicht für den nötigen Halt sorgen. Wirbelsäule und Rückenmuskulatur werden belastet und können auf Dauer verspannen.
Wichtig: Für eine gute Unterstützung des Rückens sind gerade bei großen Größen nicht zarte Modelle, sondern breite Träger und ausreichende Polsterung entscheidend. Ist die Größe zu klein gewählt, werden außerdem Brustgewebe, aber auch Muskeln und Nerven eingeengt. Das kann ebenfalls zu Verspannungen und Schmerzen im Rücken- und Schulterbereich führen.
Wer Highheels trägt, mutet dem Körper einiges zu – vor allem den Fußgelenken und Knien. Das Körpergewicht wird verlagert und Knie, Zehen und Füße werden stark belastet.
Auf hohen Hacken
unterwegs
Das Problem: Die Füße können nicht natürlich abrollen und der Körper wird beim Gehen nicht sanft abgefedert. Damit nicht jeder Schritt der Wirbelsäule einen Schlag versetzt, sind flache Schuhe mit entsprechender Dämpfung sinnvoll.
Große Gefahr,
umzuknicken
Was viele nicht bedenken: Auch die Gefahr umzuknicken, steigt in hohen Schuhen. Dabei kann man sich Bänder und Sehnen in Füßen und Beinen schädigen und im Extremfall schwer stürzen. Wer regelmäßig auf Highheels läuft, riskiert außerdem verkürzte Sehnen und hat keinen Halt beim Gehen. Hohes Schuhwerk sollten deshalb am besten nur selten und abwechselnd mit flachem Schuhwerk getragen werden.
Die Aktion Gesunder Rücken ist ein unabhängiger Verein und arbeitet seit über 20 Jahren daran, ein Bewusstsein für die Bedeutung rückengerechter Verhältnisse zu schaffen. Eine wichtige Entscheidungshilfe für Verbraucher stellt das AGR-Gütesiegel „Geprüft & empfohlen“ dar.
Alltagsgegenstände, die von unabhängigen medizinischen Gremien als besonders rückenfreundlich eingestuft werden, können mit dem Siegel ausgezeichnet werden.