„Der regionale Arbeitsmarkt ist robust“, so die Einschätzung von Michael Vontra, kommissarischer Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim. Die Arbeitslosenzahl übersteigt trotz der wirtschaftlichen Eintrübungen nur leicht den Wert des Vergleichsmonats des Vorjahres. Mit Blick auf die jahresübliche saisonbedingte Freistellung von Personal in den Herbst- und Wintermonaten stelte Vontra fest: „Im Baugewerbe sind im November noch kaum Entlassungen zu verzeichnen. In Gartenbauberufen sind hingegen die ersten witterungsbedingten Personalfreistellungen erfolgt. Auch die Betriebe aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe, die über die Wintermonate schließen, haben schon verstärkt Beschäftigte entlassen.“
Gute Perspektiven für Fachkräfte
Viele Unternehmen wollten aber an ihren Fachkräften festhalten und hätten häufig bereits eine Zusage zur Wiedereinstellung der Beschäftigten zu Frühlingsbeginn in Aussicht gestellt, so der kommissarische Leiter.
Soweit die aktuellen Zahlen der Agentur für Arbeit. Dass sich langfristig betrachtet der Fachkräftemangel in Bayern weiter verschärfen wird, damit rechnet der Fachkräfte-Report 2019 der IHK. Demnach soll von 2018 bis 2030 der Engpass bayernweit von 260000 auf 450000 Menschen ansteigen. Knapp zehn Prozent aller Stellen werden 2030 vakant bleiben, sofern sich die Vorzeichen bis dahin nicht ändern, so der Report.
Ausbildungsmarkt positiv
Die Abschlussbilanz des Ausbildungsmarktes fällt bei der Agentur für Arbeit wie erwartet positiv aus. Die Zahlen belegten, dass Jugendliche, die sich für eine duale Ausbildung im Betrieb entschieden hatten, zwischen mehreren Angeboten wählen konnten: „Insbesondere die jungen Leute, die sich frühzeitig um einen Ausbildungsplatz beworben haben, hatten häufig mehrere Angebote.“
Von Oktober 2018 bis Ende September 2019 waren 606 mehr Ausbildungsplätze als Bewerber gemeldet. Jugendliche, die im Herbst 2020 eine Ausbildung beginnen möchten, könnten sich schon jetzt bei der Agentur einen Termin zur Berufsberatung geben lassen, um sich über offene Stellen zu informieren und sich Tipps für Bewerbungsunterlagen und Vorstellungsgespräche zu holen.
Mehr Lehrstellen
als Bewerber
Rund 18330 Klein- und Mittelbetriebe im Agenturbezirk Rosenheim, von denen mehr als 80 Prozent weniger als zehn Mitarbeiter haben, bieten diverse Ausbildungsmöglichkeiten, von Anlagenmechanikern über Mediengestaltern bis hin zu Medizinischen Fachangestellten. Auch für das kommende Ausbildungsjahr rechnet die Agentur für Arbeit mit mehr angebotenen Lehrstellen als Bewerbern. Offene Lehrstellen gibt es heuer noch im Verkauf, in der Lebensmittelherstellung und –verarbeitung, in Medizinischen Gesundheitsberufen, in den Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufen sowie in Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufen.