Vor dem Mitarbeitergespräch mit dem Chef haben viele Arbeitnehmer regelrecht Angst. Sie wissen nicht, was sie erwartet und wie sie sich verhalten sollen, um ihre berufliche Entwicklung in die richtige Bahn zu lenken. Tatsächlich läuft bei solchen Gesprächen manches schief, das ergab das aktuelle Randstad-Arbeitsbarometer. Feedback durch den Chef trägt demnach häufig nicht zur Motivation und Weiterentwicklung bei, sondern erzeugt vor allem Unsicherheit und schlechte Laune. Der Studie des Personaldienstleisters zufolge wissen 30 Prozent der Befragten nicht, wie sie auf Feedback reagieren sollen. 24 Prozent beziehen negative Bewertungen nicht auf ihre Arbeit, sondern nehmen sie persönlich.
Und 21 Prozent fühlen sich grundsätzlich unwohl, wenn sie Rückmeldung vom Chef erhalten. Wie aber kann man sich als Mitarbeiter auf das Gespräch mit dem Chef vorbereiten, damit es für alle Beteiligten eine erfolgreiche Unterhaltung wird?
Zum einen sollte man das Gespräch mit dem Chef als Chance sehen, um über persönliche Ziele und Perspektiven sowie die Erwartungen an den Arbeitgeber zu sprechen. Man sollte im Vorfeld also sorgfältig überlegen, was einem als Ergebnis der Unterhaltung wichtig ist. Auch finanzielle Vorstellungen sind in einem Mitarbeitergespräch kein Tabu, sie müssen nur gut begründet und vor allem sachlich vorgetragen werden. Emotionen haben hier nichts zu suchen. Letztlich sitzt der Chef immer am längeren Hebel. Meistens wissen sowohl der Chef als auch der Mitarbeiter genau, was gut und was schlecht gelaufen ist. Man sollte daher möglichst konkrete Beispiele für positive und negative Entwicklungen benennen können. Daher geht es nicht nur um Anerkennung, sondern auch um Kritik, mit der man möglichst souverän und sachlich umgehen sollte. Außerdem ist es gut zu wissen, was beim vergangenen Mitarbeitergespräch vereinbart wurde: „Haben Sie Ihre persönlichen Ziele seitdem erreicht? Und hat Ihr Arbeitgeber seinerseits seine Verpflichtungen erfüllt, beispielsweise in Sachen Weiterbildung?“ Das Gespräch ist eine gute Gelegenheit, um den Vorgesetzten auf mögliche Fortbildungsmöglichkeiten anzusprechen, meistens rennen Mitarbeiter hier offene Türen ein.
Auch neue Ideen gehören in so ein Gespräch. Mit innovativen Verbesserungsvorschlägen –- zum Beispiel Projektideen – signalisieren Mitarbeiter, dass sie loyal und motiviert zum Arbeitgeber stehen. Und auch wenn man sich über die lieben Kollegen geärgert hat: Das Mitarbeitergespräch ist der falsche Anlass, um andere Beschäftigte „anzuschwärzen“. Hier geht es ausschließlich um die eigenen Leistungen und Ziele. djd