„Das konjunkturelle Hoch im Handwerk hält an, wobei die Aussichten eine Abkühlung erwarten lassen“, kommentiert Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) den Konjunkturbericht Herbst 2019. Der Bedarf an Fachkräften im Handwerk ist weiterhin hoch und der Wettbewerb um die Talente werde immer intensiver. Wegen des aktuellen Baubooms sind vom Fachkräftebedarf vor allem die Gewerke betroffen, die schon jetzt besonders stark ausgelastet sind, beispielsweise Dachdecker, Maurer, Installateure, Maler und Fliesenleger. „Wir gehen inzwischen von mindestens 250000 offenen Stellen im Handwerk aus. Deshalb bleibt es für uns ein Dauerthema, wie wir noch mehr junge Menschen für einen Beruf im Handwerk begeistern können – zumal vor dem Hintergrund, dass wir heute rund 130000 Schulabgänger weniger als noch vor zehn Jahren haben und sich zudem fast 60 Prozent der jungen Leute für Abi und Studium entscheiden“, führt Schwannecke aus.
Das habe natürlich auch Auswirkungen auf die Ausbildungslage im Handwerk: Ende September waren bundesweit noch knapp 22000 Ausbildungsplätze im Handwerk unbesetzt.
Der ZDH möchte daher dranbleiben und informieren: über die tollen beruflichen Möglichkeiten im Handwerk, über die verbesserten Fördermöglichkeiten im Zuge des novellierten Aufstiegs-BAföG, über die guten Gehaltsperspektiven mit der Meisterqualifikation und dem eigenen Betrieb, über die Möglichkeiten, sich im Handwerk zu verwirklichen.
Drei Abschlüsse in einem
Zudem kann auch das Handwerk den Zugang zu höheren Berufsbildungen, wie dem Berufsabitur und dem dualen und sogar trialen Studium, eröffnen. Mit einem dualen Studium erreichen Auszubildende zwei Qualifikationen: Sie erwerben einen Bachelorabschluss sowie erste Berufserfahrung oder einen anerkannten Ausbildungsabschluss. Ein triales Studium punktet mit gleich drei Abschlüssen: Neben einem Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf und einem Bachelorabschluss im Studienfach kommt noch der Meisterbrief im Ausbildungsberuf hinzu.
Einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung sieht der ZDH in der Wiedereinführung der Meisterpflicht. „Dass es jetzt Anfang 2020 voraussichtlich in zwölf Gewerken dazu kommen wird, werten wir als starkes Signal der Politik für Qualität und Qualifizierung im Handwerk“, so Schwannecke. Der für das Handwerk so typische Wissenstransfer von einer Generation an die nächste werde in diesen Gewerken dadurch wieder in Gang gebracht: „Mit mehr nachhaltigen Betrieben und mehr Meistern erwarten wir auch wieder mehr Ausbildung und damit eine Verbesserung der Fachkräftesituation in den Gewerken.“ Quelle ZDH