Schön flexibel

von Redaktion

Attraktiv durch Arbeitszeitmodelle

9-to-5 war gestern: Gleitzeit, Arbeitszeitkonto, Funktionszeit – es gibt eine Vielzahl an Arbeitszeitmodellen, die sich auch miteinander kombinieren lassen. Jedes Modell hat seine Vor- und Nachteile. Flexible Arbeitszeiten sind für Betriebe ein probates Mittel, um Fachkräften ein attraktives Umfeld zu bieten. Gerade die jüngere Generation der Berufseinsteiger wünscht sich eine ausgeglichene WorkLife-Balance.

Bei der Gleitzeit, ein Arbeitsmodell mit klaren Regeln, ist die Arbeitszeit in Kern- und Gleitzeit unterteilt. In den Kernzeiten besteht Anwesenheitspflicht, die Gleitzeit können Mitarbeiter flexibel gestalten. Dieses Modell ist auch für kleinere Betriebe leicht umsetzbar. Anders die Vertrauensarbeitszeit: Hier sind keine festen Arbeitszeiten vereinbart, stattdessen stehen bestimmte Ziele oder Ergebnisse innerhalb einer Frist im Fokus. Die Zielvorgaben müssen natürlich grundsätzlich machbar sein. Beschäftigte sollten hier über ein gutes Zeitmanagement verfügen. Bei der Funktionszeit sind statt Kernzeiten innerbetrieblich Zeiten festgelegt, in der bestimmte Arbeitsbereiche „funktionstüchtig“ sein müssen. Statt verpflichtender Anwesenheitszeiten, die vorgegeben sind, organisiert sich ein Team selbst. Hier ist die Eigenverantwortung der Mitarbeiter gefragt, was motivierend sein kann. Bei gut eingespielten Teams, die stark projektorientiert arbeiten, kann das ein Vorteil sein. Jedoch sind bei diesem Modell die Arbeitnehmer für den Arbeitgeber nicht immer erreichbar.

Bei der Jahresarbeitszeit vereinbaren Arbeitgeber mit ihren Beschäftigten eine bestimmte Stundenzahl, die diese pro Jahr abzuleisten haben. Die Arbeitszeit muss allein schon aufgrund der Feiertage jedes Jahr neu berechnet werden. Beschäftigte können Zeit ansparen und Überstunden zu einem späteren Zeitpunkt abbauen – etwa für Weiterbildungen, familiäre Auszeiten oder einem Sabbatical. Betriebe können dadurch auf saisonale Schwankungen und eine variierende Auftragslage reagieren. Hierbei besteht aber auch die Gefahr, dass Arbeitnehmer in Stoßzeiten einer Dauerbelastung ausgesetzt sind und die Urlaubs- und Freizeitplanung eingeschränkt ist.

Bei Homeoffice hingegen geht es um den Arbeitsort und nicht um die Arbeitszeit. VPN-Zugänge, E-Mail, Telefon, Cloud-Lösungen: Die Technik ermöglicht es Beschäftigten, auch von zu Hause aus zu arbeiten.

Weg von der Anwesenheitskultur

Häufig werden Präsenztage festlegt, in denen die Beschäftigten im Betrieb arbeiten sollten. So kann auch die Bindung an das Unternehmen aufrechterhalten werden. Die Arbeit im Homeoffice kommt bei vielen Mitarbeitern gut an, ist aber nicht für jeden geeignet und kann durchaus auch zu gesundheitlichen Problemen führen.

Das ist das Ergebnis einer Umfrage der AOK Krankenkasse unter 2000 Beschäftigten zwischen 16 und 65 Jahren. Rund 40 Prozent der Beschäftigten arbeiten schon heute regelmäßig außerhalb ihres Unternehmens, unabhängig von Ort oder Zeit, so die Krankenkasse. Knapp die Hälfte davon arbeite häufig von zu Hause aus. Zu den Vorteilen gehören, dass Beschäftigte ihre Arbeit selbstständiger planen können und mehr Entscheidungsfreiheit sowie Mitspracherechte haben. Gleichzeitig, so das Ergebnis, haben diese Beschäftigten stärkere psychische Belastungen als Menschen, die nur an ihrem Arbeitsplatz tätig sind. Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen: Wer viel im Homeoffice arbeitet, leide häufiger unter solchen Problemen, so die Kehrseite.

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