Deutschlands Fachkräfte sind loyale Arbeitnehmer – vorausgesetzt, sie werden fair bezahlt und empfinden ihren Job als sicher. Zu diesem Ergebnis kommt das Trendence Fachkräftebarometer, eine Bewerbermarktstudie unter 21000 nicht-akademischen Fachkräften. Unter den Top-Arbeitgeber tummeln sich Großkonzerne aus der Automobilbranche, Zulieferer neben Arbeitgebern aus der Freien Wohlfahrtspflege und dem Bereich Health Care sowie jenen aus dem Öffentlichen Sektor. Diese drei Branchen sind bei Fachkräften am beliebtesten. Die Daten zeigen: Wer zufrieden ist, empfiehlt seinen Arbeitgeber weiter. Doch Fachkräfte tun dies seltener als Young Professionals.
Als Young Professional gilt, wer einen akademischen Abschluss und bis zu fünfzehn Jahre Berufserfahrung hat. Auch sind im Vergleich weniger Fachkräfte zufrieden mit ihrem derzeitigen Arbeitgeber. Hauptgrund ist das Gehalt: Fast die Hälfte hält es mit knapp 44 Prozent für nicht fair. Auf Platz zwei folgt das Führungsverhalten, auf Platz drei die fehlende Wertschätzung. Fachkräfte fühlen sich außerdem gestresster als Young Professionals, obwohl diese mehr Stresstage pro Woche angeben: Bei den Young Professionals waren es vier, bei den Fachkräften drei.
Die Gehaltsspanne ist bei den Fachkräften recht breit. So liegen zwischen zufriedenen und unzufriedenen Fachkräften fast 10000 Euro Gehaltsunterschied. „Fachkräfte wissen inzwischen genau um ihren Marktwert, und das Gehalt ist ihre oberste Priorität“, sagt Trendence CEO Robindro Ullah. „Weniger wichtig sind ihnen Inhalte. Wer also nicht marktgerecht zahlt, kann das kaum durch andere Faktoren ausgleichen.“
Nur 37 Prozent der Young Professionals legen viel Wert auf die Sicherheit der Anstellung – bei den Fachkräften aber sind es knapp 70 Prozent. Obwohl letztere unzufriedener sind und sich gestresster fühlen, gibt es bei ihnen weniger Fluktuation.
Nur knapp 15 Prozent von ihnen sind aktiv auf der Suche nach einem Job. 28 Prozent schauen ab und zu, und 46 Prozent sind zwar offen für etwas Neues, suchen aber nicht. „Das sind gute Voraussetzungen, um Fachkräfte zu halten“, sagt Robindro Ullah. „Vor allem zählt, die Bindung ans Unternehmen zu stärken und die eigenen Führungskräfte gut zu schulen.“ Wer dagegen neue Fachkräfte rekrutieren will, muss sie aktiv ansprechen. „Fachkräfte brauchen einen Anstoß, um sich für eine neue Stelle zu öffnen und ihren sicheren, wenn auch ungeliebten Job zu verlassen“, sagt Robindro Ullah. Quelle: Trendence Institut GmbH