Rosenheim – Einen ungemütlichen Start ins Jahr 2019 hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Am 21. Januar kommt er nach Rosenheim, um im Landratsamt mit Bürgermeistern und Vertretern der Bürgerinitiativen über das weitere Vorgehen in Sachen Brenner-Nordzulauf zu sprechen. Empfangen wird er von rund 3000 Demonstranten, die ihre Ablehnung einer Neubautrasse mit Plakaten und Trillerpfeifen zum Ausdruck bringen.
Ein Planungsstopp komme nicht in Frage, macht Scheuer deutlich. Bei den weiteren Planungen solle aber untersucht werden, sichert der Verkehrsminister zu, ob eine ertüchtigte Bestandsstrecke auch für den Nordzulauf ausreichen würde. Diese Position vertreten die Bürgerinitiativen, die sich gegen einen Neubau wenden.
Am 1. Juli kommt Scheuer wieder nach Rosenheim, als die Deutsche Bahn fünf Grobtrassen vorstellt. Eine Modernisierung der Bestandsstrecke stellt nach Ansicht der Planer keine Option dar, nur eine zweigleisige Neubaustrecke sei zukunftsfähig. Er sei aber zuversichtlich, so Scheuer, dass man gemeinsam mit den Vertretern aus der Region „eine akzeptierte Lösung, also eine Bürgertrasse“ finden werde.
Die Bürgerinitiativen geben sich damit nicht zufrieden und legen ein Gutachten eines Verkehrsplaners vor, das die Zukunftsfähigkeit einer ertüchtigten Bestandsstrecke unterstreicht. Außerdem bringen sie eine Petition an den Bundestag auf den Weg, um zu erreichen, dass der bedarfsgerechte Ausbau des Bestandsgleises nach Neubaustandard als mögliche Alternative einbezogen wird.
Die Petition scheitert zwar am Quorum, doch sei angesichts der hohen Beteiligung ein wichtiges politisches Signal gesendet worden, so Thomas Riedrich, Vorsitzender der Bürgerinitiative Brennerdialog. Ungeachtet dessen betont die Deutsche Bahn zum Jahresende erneut, dass nur eine Neubaustrecke für den Nordzulauf zum Brenner-Basistunnel in Frage komme.