Rosenheim/Traunstein – Viele Schüler haben sich darüber sehr gefreut, Betroffene und Einsatzkräfte weniger: Anfang des Jahres versinkt die Region im Schnee-Chaos. Der Landkreis Traunstein ruft vom 10. bis 21. Januar den Katastrophenfall aus, im Kreis Rosenheim herrscht vor allem in Aschau und Sachrang der Ausnahmezustand.
Die Schulen bleiben in beiden Landkreisen tagelang geschlossen, weit über zehntausend Helfer sind mit ihren schweren Maschinen, Leitern und Schneeschaufeln im Dauereinsatz. In manchen Orten gibt es kaum ein Dach, das nicht von Einsatzkräften freigeschaufelt wird.
In Siegsdorf muss eine ganze Wohnanlage evakuiert werden. 200 Menschen holt man aus ihren Häusern. Auf Anraten der Lawinenkommission löst die Bundeswehr bei Reit im Winkl und Ruhpolding kontrollierte Lawinenabgänge aus. Als es zu schneien aufhört, beginnt der Wettlauf gegen die Zeit. Tausende Dächer müssen von der bis zu eineinhalb Meter hohen Schneelast befreit worden sein, bevor der Regen kommt.
Während sich die Lage nach einer Woche in vielen Gemeinden entspannt, spitzt sie sich in Schleching erst richtig zu: Bange Blicke richten sich dort auf die Hochplatte. Es besteht die Gefahr, dass sich eine Lawine ins Tal wälzen könnte. Deshalb wird der Schlechinger Ortsteil Raiten geräumt. 260 Betroffene finden Unterschlupf in der Unterwössener Turnhalle.
Die Schneemassen trüben auch die Saisonbilanz der heimischen Skigebiete, weil die Pisten zeitweise nicht erreichbar oder offen sind.
Anfang März wütet dann noch Sturm Eberhard mit bis zu 110 km/h in der Region – die Schäden halten sich dabei aber in Grenzen.