Jedes Jahr werden etwa 626000 Gänse mit einem Gesamtgewicht von 3,3 Millionen Tonnen geschlachtet. Laut Zentralverband der deutschen Geflügelwirtschaft stammen nur 14 bis 19 Prozent aus Deutschland. Der große Rest aus Polen oder Ungarn. Dort ist Le-bendrupf, genau wie die Stopfmast, an der Tagesordnung.
Während das Kilo Gans aus deutscher Erzeugung im Schnitt zwölf Euro kostet, ist das Geflügel aus dem Ausland schon ab 4,50 Euro zu haben. Um ausländische Tiefkühlware sollte man lieber einen großen Bogen machen und in eine Bio-Gans investieren.
Bei Achim Linder und Karin Müller darf das Federvieh nach den „Biokreis“-Richtlinien rund um den Weiher auf dem Biohof Attenberg in Heldenstein schnattern. Wer eine der Gänse zu Weihnachten haben möchte, sollte dem Paar schon im Frühling Bescheid geben, denn aufgezogen werden möglichst nur die Tiere, die auch einen Abnehmer haben.
Die Aufzucht, erklärt die junge Landwirtin, ist extrem zeit- und pflegeintensiv: bis zur Schlachtung im Winter bekommen sie nur hofeigenes Getreide und frisches Grün. Nachhaltigkeit wird hier leidenschaftlich gelebt: nichts soll vergeudet werden, das ganze Tier wird verwertet, also bitte für nächstes Jahr nicht nur Gänsebrust bestellen! Wer nicht so weit voraus geplant hat: Im Bio-Supermarkt kann man jedes Jahr bis etwa Mitte Dezember den Weihnachtsbraten bestellen.
Für die Würstel zu Heiligabend oder das Fleisch, das an Silvester im Fondue-Topf brutzeln soll, wendet man sich am besten an eine Bio-Metzgerei, zum Beispiel den Demeter-Betrieb Anderlhof.
Wenn etwas Besonderes im Ofen schmoren soll: auch edles Wild ist im Hofladen im Angebot.
Für alle, die auf Fleisch verzichten wollen, eine gute Nachricht: Laut WWF ist Karpfen ökologisch unbedenklich. Für alle anderen Fischarten gilt: Information ist alles. Einen Einkaufsratgeber für Fisch und Meeresfrüchte bietet der WWF im Internet an.
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann zum Beispiel bei der Bio-Fischzucht Peter Baumgartner in Haag in Mühldorf Forelle, Saibling oder Zander kaufen.