Zündstoff

von Redaktion

Silvesterfeuerwerk sorgt für Krach

An Silvester ordentlich Krach machen, böse Geister verjagen und unbeschwert ins neue Jahr starten – was als sinnvoller Brauch anfing, sorgt heute für mehr Krach und Umweltverschmutzung denn je.

Umweltschützer und Böllerliebhaber stehen sich unerbittlich gegenüber. Die einen sehen im Funkenrausch am Neujahrshimmel eine Umweltsünde, Geldverschwendung, Gefährdung für Leib, Leben und Heim, oder mit den Worten von Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe: eine „archaische Schwarzpulver-Böllerei“. Die anderen pochen auf ihre Traditionen – und da gehört die zünftige Knallerei einfach dazu.

Die reinen Fakten sprechen eher für die Umweltschützer: Kostenpunkt 137 Millionen Euro für 42000 Tonnen Feuerwerkskörper in einer Nacht. 191 Tonnen Abfall – alleine in den fünf größten Städten Deutschlands. Zu 60 bis 75 Prozent bestehen die Kracher aus Pappe und Plastik, der Rest sind pyrotechnische Effektsätze wie Schwarzpulver, Kaliumnitrat, Holzkohle, Schwefel und Schwermetalle.

Während der Müll eingesammelt und fachgerecht entsorgt werden kann, verteilt sich der giftige Feinstaub in der Luft – und wenn nicht gerade ein frischer Wind geht, bleibt er da auch eine ganze Weile. Laut Umweltbundesamt ist die Feinstaub-Belastung an Silvester und Neujahr so hoch, wie im ganzen Jahr nicht. In manchen Großstädten werden Spitzenwerte von 1000 Mikrogramm pro Kubikmeter erreicht, empfohlen werden maximal 17. In dieser einen Nacht werden etwa 4500 Tonnen Feinstaub freigesetzt – das entspricht fast 16 Prozent der Menge, die jährlich durch den Straßenverkehr entsteht.

Artikel 1 von 11