Wie wär‘s mit Gemütlichkeit?

von Redaktion

Trends von der Kölner Möbelmesse – Komfort für alle Generationen

Wie nachhaltig sind Ihre Möbel? Etwas aus gutem alten Holz hat wohl jeder zu Hause – damit sind Sie bereits voll im Trend. Das zeigen die ersten Ausblicke auf die Möbelmesse IMM in Köln (13. bis 19. Januar). Bislang war Nachhaltigkeit oft kein Kaufargument. Doch das ändert sich nun verstärkt. „Die Menschen sind sich bewusst, dass nicht nur Regierungen und Organisationen etwas tun müssen, sondern auch sie selbst“, so Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM). „Meine These lautet: Wir werden eine Phase erleben, in der Nachhaltigkeit privatisiert wird.“

Sichtbares Holz

Geismann hat sich vor der wichtigsten deutschen Möbel-Schau umgehört, was die VDM-Mitgliedsunternehmen in Köln zeigen wollen. Ihr Ergebnis: „Holz erlebt eine Renaissance.“

Auch die Trendanalystin Gabriela Kaiser sagt: „Der Trend zu Holz wird 2020 erst richtig ankommen.“ So werden Möbel, an denen bislang etwa nur Kleinteile aus Holz waren, zunehmend sichtbare Elemente daraus tragen. Ein Beispiel: Sofas mit einer hölzernen Rückwand. Und: „Armlehnen aus Holz sind ganz neu im Kommen“, so Kaiser.

Nordische Anleihen

Auch die Formensprache der Möbel und die Farben der gesamten Einrichtung werden symbolisch für Nachhaltigkeit stehen, erwartet IMM-Sprecher Markus Majerus. „Wir werden viel sanftes Beige und helles Braun sehen. Auch Blau ist ein Riesenthema“, zählt der Trendexperte auf. „Ich erwarte auch einen klaren Trend zum Minimalismus, wir werden weniger üppige Möbel sehen.“ Für diesen Stil steht in der Möbelwelt insbesondere Skandinavien. Ein weiteres Land dient laut Majerus den Designern neuerdings als Inspirationsquelle: Japan. „Ich erwarte aber nicht, dass japanisches Design wiedererkennbar auf unseren Markt kommt“, ergänzt Majerus. „Die Designer bedienen sich nur der puristischen und minimalistischen Formensprache – kombiniert mit der Wärme, die skandinavisches Design ausstrahlt.“

Schöne Senioren-Möbel

Mehr denn je beschäftigen sich die Möbeldesigner auch mit altersgerechten Möbeln wie verstellbaren Sesseln oder Betten mit höherem Einstieg. Bislang gab es dabei eine Hürde: Für Senioren zu bauen, galt als unsexy. Ein Designer, der sich darauf spezialisiert, konnte, so die Annahme, gar kein lifestyliges Image haben.

Und so sah man bei Messen wie der IMM bislang kaum altersgerechte Möbel. „Das dreht sich nun langsam“, berichtet Geismann. Die Firmen gestalten solche Möbel heute hübscher. „Man hat endlich erkannt, dass der Geschmack sich mit 70 nicht plötzlich ändert.“ Die neuen schöneren Senioren-Möbel laufen nun auch unter einem neuen, attraktiveren Begriff: Komfort-Wohnen. „Das ist sicher etwas, was generationsübergreifend interessant ist“, sagt Geismann. Denn wer schätzt nicht einen Sessel oder ein Sofa-Element, das man mit Knopfdruck in eine bequeme Liegeposition bringen kann?

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