Der noch junge Ausbildungsberuf Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce wird seit vergangenem Semester auch als Verbundstudium angeboten. Der digitale Handel ist eine Wachstumsbranche und speziell ausgebildete Fachkräfte sind gesucht. Der neue Ausbildungsberuf Kaufmann/frau im E-Commerce, der seit seiner Einführung 2018 auch in Bayern an acht Berufsfachschulen angeboten wird, trägt den neuen Tätigkeitsfeldern in Produktion, Handel und Dienstleistung Rechnung. Um auch den akademischen Nachwuchs für die digitale Wirtschaft zu qualifizieren, ging 2019 in Bayern ein ausbildungsintegrierendes Verbundstudium an den Start.
Ausbildung
dauert 4,5 Jahre
Seit dem vergangenen Wintersemester können Studieninteressierte an der Technischen Hochschule Rosenheim sowie an neun weiteren bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften ein Bachelorstudium in Betriebswirtschaft mit einer Ausbildung zum Kaufmann/frau im E-Commerce verbinden. Insgesamt dauern Studium und Ausbildung 4,5 Jahre. Kombiniert werden kann die Ausbildung mit einem Bachelorstudium in Betriebswirtschaft, Digital Business, Internationales Handelsmanagement oder Tourismus-Management. Ein großer Vorteil dieses Modells sind die speziellen Berufsschulklassen. So können die dual Studierenden kompakt und zielgerichtet auf die IHK-Prüfungen vorbereitet werden.
Fließender Übergang ins Studium
Der fachliche Unterricht vor Studienbeginn ermöglicht dazu auch den fließenden und erfolgreichen Übergang ins jeweilige Studium. Dual Studierende der TH Rosenheim werden von dem beruflichen Schulzentrum in Neuburg an der Donau betreut.
Studieninteressierte müssen sich einen Ausbildungsplatz suchen und können sich parallel dazu direkt mit der Wunschhochschule in Verbindung setzen.
Ein Beruf mit Zukunft
Der Onlinehandel ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken und macht mittlerweile einen großen Teil der Wirtschaft aus. Mit dem Kaufmann im E-Commerce gibt es in dieser wichtigen Branche einen Ausbildungsberuf, den es lange Zeit nicht gegeben hat. Denn Online- und Versandhändler durften bis vor kurzem nicht ausbilden, weil sie keine eigenen Ladengeschäfte mit einer Beratungssituation hatten. Mittlerweile hat sich das längst geändert – schließlich lassen sich Kunden auch online beraten wie in einem Geschäft, dann natürlich per Chat oder Telefon. Zu den Tätigkeiten in diesem Beruf gehören:
Online-Shops aufbauen: Die Auswahl des richtigen Sortiments ist eine der wichtigsten Aufgaben der Kaufleute im E-Commerce. Sie müssen genau abwägen, welche Produkte bei den Kunden gut ankommen – dafür muss man die Zielgruppe immer im Blick haben und die neusten Trends kennen. Beim Aufbau eines Online-Shops müssen viele Entscheidungen getroffen werden: Welche Shop-Software will man verwenden? Wie und wo werden die Waren gelagert? Wie findet der Versand statt? Der Kaufmann im E-Commerce weiß, was es online und offline zu beachten gibt.
Produkte einpflegen: Für den Kaufmann oder die Kauffrau im E-Commerce gehört es auch zu den Aufgaben, neue Produkte in den Online-Shop einzupflegen. Hierfür wird ein neues Produkt angelegt, die erstellten Bilder und Texte hochgeladen und der Preis festgelegt.
Kennzahlen analysieren: In Online-Shops müssen Werbemaßnahmen angepasst, Bilder ausgetauscht oder Strategien verändert werden. Welche das sind, entscheiden Kaufleute im E-Commerce anhand ihrer Analysen. Dabei kennen sie sich mit den wichtigsten Kennzahlen im Online-Marketing aus. Ziel: Kaufabbrüche und Retouren minimieren, die technischen Probleme des Shops beheben und entsprechende Lösungen entwickeln.
Rechnungen bearbeiten: Für Kaufleute im E-Commerce gehören auch klassische kaufmännische Aufgaben, wie die Buchführung, zum Arbeitsalltag. Das Erstellen von Eingangs- und Ausgangsrechnungen, das Schreiben von Angeboten oder das Überprüfen der Geschäftskonten sind ebenfalls Teil des Aufgabenspektrums.
Marketing-Maßnahmen entwickeln: Gemeinsam mit dem Online-Marketing erstellen Kaufleute im E-Commerce Werbeanzeigen und platzieren sie dort, wo sie von der Zielgruppe des jeweiligen Shops gesehen – und im besten Fall auch geklickt – werden.
Kundenkontakt pflegen: Digitale Einkaufskanäle schließen den Kundenkontakt im Job nicht aus. Genau wie im stationären Handel, haben Kaufleute im E-Commerce Kontakt zu ihren Kunden – nur eben online oder am Telefon. Sie beraten sie bei Problemen zum Bestellvorgang, der Retournierung oder bei Reklamationen.
Mehr Informationen unter www.ausbildung.de.