Gemütlich von der Coach aus Portale anklicken, sich über Berufe, Aus- und Weiterbildungen schlau machen: Klingt gut, aber was kann die digitale Welt leisten und wo ist es doch besser, einen Gegencheck in der analogen Welt zu unternehmen? Die OVB-Heimatzeitungen sprachen mit Bernhard Straßer, Berufsberater bei der Arbeitsagentur Traunstein.
Jugendliche ertrinken in einer Informationsflut über Berufe: Wie können sie sinnvoll mit ihrer Suche im Netz beginnen?
Mit unserer Webseite arbeitsagentur.de als erste Anlaufstation liegt man natürlich nie verkehrt. Hier findet man gleich auf der Startseite die Rubrik „Schule, Ausbildung und Studium“. Was die Jugendlichen auch gerne ansteuern ist unsere Seite „Planet-Beruf.de“. Wer lieber sein Handy nutzt, dem empfehle ich die App „Azubi Welt“ – hier findet man beispielsweise interessante Infofilme zu den meisten Ausbildungsberufen. Die klassischen PC-Benutzer finden diese Info auch auf der Seite BERUFENET.
Und wenn man so gar keine Idee hat, in welche Richtung die Reise gehen kann, welche Portale können hier helfen?
Da gibt es das brandneue „Selbsterkundungstool“, ein aufwendiges Online-Programm, um seine Stärken und Interessen zu erkunden. Dieses gibt es sowohl für die Themen Ausbildung als auch Studium. Wer weniger Zeit hat und es lieber spielerisch hat, der kann auch unseren „Berufe Entdecker“ ausprobieren.
Wenn ich dann tatsächlich einen interessanten Ausbildungsberuf oder einen Studienberuf finde, wie kann ich dann weiter vorgehen?
Zu klären sind als erstes natürlich, welche Voraussetzungen im jeweiligen Beruf gefordert sind und ob ich diese erfülle. Dazu kann das BERUFENET genutzt werden. Künftige Studierende nutzen dazu die Seiten hochschulkompass.de und studienwahl.de.
Auf alle Fälle hilft da ein Gespräch mit dem Berufsberater weiter, der die Voraussetzungen kennt und – im Falle der Ausbildungsplatzsuche – gleich konkrete passende Stellen nennen kann. Wer lieber selber nach Stellen sucht, schaut in die Jobbörse der Arbeitsagentur.
Lassen sich seriöse von unseriösen Online-Informationsseiten unterscheiden?
Einfachstes Indiz ist die Anzeige von Werbung. Wenn der Online-Anbieter die Seite voller Werbeanzeigen hat, sollte man die Angebote kritischer hinterfragen. Auf Arbeitsagentur.de ist man im Wortsinne tatsächlich auf der sicheren Seite.
Und wo stoßen Online-Angebote an ihre Grenzen?
Online-Angebote sind wunderbar, um sich zu informieren. Geht es in den Entscheidungs-Prozess, ist eine Beratung von einem Berufsberater aus Fleisch und Blut in der Regel hilfreicher. Denn im Bereich Beratung bietet der Mensch gegenüber Algorithmen weiterhin eindeutig die besseren Hilfestellungen. Außerdem empfehlen wir Praktika machen, die Hochschule vor Ort besuchen, einen Tag der offenen Tür nutzen und so weiter.vk