Kampf gegen die Plastik-Flut

von Redaktion

Der erste Weg am Morgen führt in aller Regel in das Badezimmer. Doch was dort wartet, verwandelt die friedlichen Träume einer erholsamen Nacht ziemlich schnell in einen Albtraum.

Duschgel, Shampoo, Zahnpasta: was so schön rein macht, ist meist in Plastik verpackt – genauso wie die restlichen Dinge des alltäglichen Lebens. Ob Obst und Gemüse, Süßigkeiten, Spielzeug, Socken, Unterhosen, Servietten, ja sogar Plastik selbst wird noch in Kunststoff gewickelt. Weltweit entstehen so jährlich 146 Millionen Tonnen Plastik, das durchschnittlich ein halbes Jahr im Gebrauch ist.

Der Klassiker unter den Einmal-Produkten ist die Plastiktüte, die nur rund 20 Minuten benutzt wird, bevor sie im Müll landet. Die Alternative ist ganz simpel: In der Handtasche, im Auto oder Fahrradkorb immer einen Stoffbeutel dabeihaben, den kann man wieder verwenden und bei Bedarf waschen.

Wo es geht:
unverpackt!

Auch bei dem, was in der Tüte landet, helfen ein paar einfache Tipps. Obst und Gemüse gibt es auch unverpackt, hier sind Netze aus Stoff, die es mittlerweile in vielen Supermärkten gibt, hilfreich. Wer auf Bio-Qualität setzt, sollte auf den Wochenmarkt, oder in einen Bio-Laden gehen, denn hier dürfen auch Bio-Lebensmittel, anders als in konventionellen Supermärkten, unverpackt sein. Die Verbundpackung mit den kleinen, separaten Joghurt-Bechern? Lieber zum regional produzierten Pfand-Glas greifen. Eine Faustregel: Karton ist besser als Kunststoff, große Familien-Packungen besser als kleine. Zu Hause in Schraubgläser oder Blechdosen umfüllen und so lagern oder einfrieren. In Plastik eingeschweißte Aufback-Semmeln sollten lieber nicht in den Stoff-Beutel. Das frische Brot vom heimischen Bäcker schmeckt ohnehin besser und viele Betriebe packen es gerne in selbstmitgebrachte Beutel. Das gleiche gilt für Fleisch, Wurst und Käse. Eingeschweißtes liegen lassen und mit dem eigenen Gefäß an die Frischetheke. Absolute No-Gos sind Mehrfachverpackungen, To-Go-Becher und sogenannte Quetschis – zuckersüßer Kinder-Obstbrei im Quetschbeutel.

Tatort Badezimmer

Die Drogerie Rossmann und der Unverpacktladen in Rosenheim bieten mittlerweile auch tolle Alternativen zu all den Tiegelchen, Tuben und Spendern, die das heimische Bad fluten. Einfachstes Beispiel: ein fes-tes Stück Seife anstatt der Flüssigseife. Gleiches gilt für Duschgel, Zahnpasta und Haar-Shampoo.

Auch auf den Inhalt sollte Acht gegeben werden. Gerade in Zahnpasta, Peelings und Make-up findet sich in häufig Mikro-Plastik, das durch das Auftragen in den Körper gelangt und dort zum Risiko für die Gesundheit wird. Einwegrasierer, Wattestäbchen, und sogar Damenhygiene und Baby-Windeln gibt es schon Plastik-frei aus Holz, Papier beziehungsweise Baumwolle und Silikon. Wird zu diesen Alternativen gegriffen, können Tonnen an Kunststoffen gespart werden.

Weniger ist mehr und fest ist besser als flüssig, gilt auch für alle Arten von Reinigungsmitteln. Oft sind all die speziellen Putz -und Waschmittel überflüssig.

42 Millionen Tonnen Plastik werden weltweit pro Jahr für Gebrauchswaren verwendet. Kunststoff ist allgegenwärtig: egal ob der Kochlöffel, Frischhaltefolie und Strohhalm in der Küche, der Ordner oder Kugelschreiber im Büro oder der Eis-Kratzer im Auto. Diese Flut macht auch vor elektronischen Geräten nicht Halt. Immerhin 18 Millionen Tonnen fallen hier an.

Umdenken ist
notwendig

Ein Umdenken ist angesichts der kurzen Nutzungsphase von drei bis acht Jahren unbedingt erforderlich! Reparieren statt wegwerfen ist die Devise. Plastikfreie Alternativen sind meist dennoch die bessere Wahl: Holz, Keramik, Glas und mit Bienenwachs beschichtete Stofftücher sind tolle Materialien, die meist noch schöner sind – und gesünder.

Stichwort gesund: Fast nichts kommt dem Körper näher, als die Kleidung, die täglich direkt auf der Haut getragen wird. Bei 47 Millionen Tonnen erdölbasierten Plastiks, die die Textilindustrie jährlich verschlingt, sollte auch hier zu mehr Natürlichkeit zurückgekehrt werden. Leinen, Baumwolle, Hanf und Wolle, aber auch synthetische Fasern auf Zellulose-Basis sind tolle Alternativen. Und besser in der kleinen Boutique vor Ort kaufen, als alles im Online-Shop – das spart ordentlich Verpackung!

Wochenmärkte der Region:

• Grüner Markt, Rosenheim, Ludwigsplatz, Montag bis Samstag, 7 bis 14 Uhr

• Riedering, samstags, 8 bis 12 Uhr

• Regionalmarkt Prien, freitags, 8 bis 12 Uhr

• Aschau, freitags, 9 bis 16 Uhr

• Bernau, donnerstags, 9 bis 13 Uhr

• Baierbach-Stephanskirchen, freitags, 14.30 bis 16.30 Uhr

• Bauernmarkt Samerberg-Moosen, Dorfplatz, freitags, 12 bis 16.30 Uhr

• Markt in Stephanskirchen, Schloßberg, mittwochs, 9.30 bis 13 Uhr

• Simsseemarkt Stephanskirchen, freitags, 14 bis 16.30 Uhr

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