Recycling ist das Zauberwort

von Redaktion

Werden Abfälle richtig entsorgt, können wertvolle Ressourcen gerettet werden

Die Deutschen sind echte Mülltrennmeister. Dabei ist das gar nicht so einfach. Welches Plastik gehört in welchen Container? Was muss getrennt, was zu Hause gespült werden? Dazu kommen regionale Unterschiede der Sammelsysteme.

Doch das Nachdenken über die richtige Entsorgung lohnt sich. Landet der ganze Müll im selben Eimer, wird er als Restmüll verbrannt und erzeugt Treibhausgase. Deshalb gilt seit 2019, dass mindestens 50 Prozent der gesammelten Abfallmengen recycelt werden müssen. Norbert Völl vom Grünen Punkt, zuständig für die Organisation der Sammlung der Verkaufsverpackungen in Rosenheim, Mühldorf und Wasserburg, zeigt sich optimistisch, dass diese Marke in der Region erreicht wurde.

Es zeige sich jedoch ein Unterschied in der gesammelten Menge Leichtverpackungen pro Einwohner und Jahr zwischen den verschiedenen Gebieten: sieben Kilogramm entfallen auf einen Rosenheimer im Landkreis, in der Stadt sind es 34, in Wasserburg 44,6 und 29,5 Kilo sind es in Mühldorf.

Völl erklärt dies durch die unterschiedlichen Systeme: Während in Mühldorf die Gelben Säcke vor der Haustüre abgeholt werden, müssen im Landkreis Rosenheim Metalle, Kunst- und Verbundstoffe zu den Wertstoffhöfen gebracht werden. In der Stadt Rosenheim und in Wasserburg stehen Depotcontainer zur Verfügung. Der Vergleich der Zahlen zeigt den Nachteil der Bringsysteme – es wird deutlich weniger eingesammelt. Besser schneiden die Depotcontainer in den Städten ab, allerdings ist die Gefahr von Fehlwürfen deutlich höher.

Nach dem Sortieren fängt die Wiederverwertung an. Wertstoffe, die sich nicht für das Recycling eignen, werden etwa im Zementwerk verwendet, wo sie fossilen Brennstoff ersetzen. Für bestimmte Kunststoffverpackungen wird nahe Coburg ein eigenes Werk betrieben, das aus den sortenreinen Plastikabfällen neue Kunststoffe herstellt. Getränkekartons werden etwa durch die Papierfabrik Mondi in Raubling genutzt.

Tipps für Zuhause: In den Plastikmüll dürfen Kunststoffe wie Tüten, Joghurt-Becher, Shampoo-Flaschen oder Styropor, Kunststoffverbunde wie beispielsweise Milchkartons und Blister sowie Aluminium und Dosen. Restmüll, Problemmüll – hierzu zählen Batterien und Eimer mit Farbresten – sowie Werkstoffe, beispielsweise Alttextilien, Glas, Papier und Elektroschrott haben nichts im Gelben Sack zu suchen.

Der Becher muss übrigens nicht ausgespült werden. Völl nennt das „löffelrein“: „Wenn der Becher ausgelöffelt ist, reicht uns das – der Kunststoff wird zum Recycling ohnehin sorgfältig gewaschen.“

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