Wenn das Herz stockt

von Redaktion

Herzinfarkt erkennen und behandeln

Nach wie vor stellen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems in Deutschland die häufigste Todesursache dar. Dennoch lässt sich in den vergangenen Jahren ein deutlicher Mortalitätsrückgang verzeichnen. „Aufgrund der guten Notfallversorgung können wir viele Patienten schnell und zielgerichtet behandeln“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Fehske, Chefarzt der Kardiologie und Inneren Medizin im St. Vinzenz-Hospital in Köln. Ein wichtiger Faktor bei der Behandlung stellt jedoch die Zeit dar. Daher gilt es, die Symptome zu erkennen und rechtzeitig den Notruf zu tätigen.

Symptome bemerken

Zu den bekanntesten Symptomen des Herzinfarktes gehören stechende Schmerzen im Brustkorb, die länger als fünf Minuten andauern. Sie können in andere Bereiche, wie den Arm – vor allem in den linken, seltener in beide oder in den rechten – ausstrahlen. „Schmerzen äußern sich aber in einigen Fällen auch als ein brennendes Gefühl, Druck oder Schweregefühl im Brustbereich“, erklärt Dr. Fehske.

Allerdings gibt es unspezifische Symptome, die nicht in erster Linie auf einen Herzinfarkt schließen lassen, wie zum Beispiel kalter Schweiß, Blässe, Übelkeit und Atemnot.

Zu den Risikogruppen gehören Raucher, Diabetiker und Menschen mit hohen Blutfettwerten. Gesundheitsgefährdend ist auch eine ständige hohe psychische Belastung.

Schnell reagieren

Sobald Betroffene eines oder mehrere der Symptome bemerken, sollten sie die Notrufnummer wählen oder einen Arzt aufsuchen. Besonders wichtig ist es in diesem Fall, Ruhe zu bewahren und nicht durch unnötiges Warten Zeit verstreichen zu lassen. Darüber hinaus sollten sich Patienten auf keinen Fall durch Freunde oder Familie mit dem Auto ins Krankenhaus fahren lassen oder sich sogar selbst ans Steuer setzen.

In der Notfallambulanz orientiert sich der Mediziner neben den vom Patienten beschriebenen Symptomen am Blutdruck und hört Herz und Lunge ab. Weitere wichtige Ergebnisse liefert das sogenannte Elektrokardiogramm, kurz EKG. Damit das Herz nicht weitere Schäden erleidet, weiten Ärzte das verschlossene Gefäß mit einem Herzkatheter und setzen eine Gefäßstütze, einen sogenannten Stent, der den erneuten Verschluss verhindert.

Auch eine medikamentöse Auflösung durch die intravenöse Gabe von Medikamenten kann die Blutgerinnsel auflösen.

Vorbeugemaßnahmen ergreifen

Es gibt einige Faktoren zu beachten, um das Risiko eines Herzinfarktes möglichst gering zu halten. Neben einem Rauchstopp gehört eine ausgewogene Ernährung zu einem gesunden und herzfreundlichen Lebensstil. So lassen sich die Quellen, die zu einer Verstopfung der Arterien führen, minimieren.

Zusätzlich gilt es auf die psychische Gesundheit zu achten. „Stressreduzierung und Ruhephasen gehören zu den wichtigsten Vorkehrungen zur Prävention eines Herzinfarktes“, so Fehske.

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