Traditionsberufe im Trend

von Redaktion

Die weitreichenden Veränderungen der Arbeitswelt spiegeln sich bislang noch nicht in den Berufsvorstellungen vieler Jugendlicher wider. Das ergab eine auf PISA-Daten beruhende OECD-Studie. Auf die Frage, welchen Beruf sie wohl mit 30 Jahren ausüben werden, gaben 15-Jährige in OECD-Ländern überwiegend traditionelle Berufsbilder an. Auch prägt die soziale Herkunft der Schüler die beruflichen Erwartungen und Ambitionen stark.

Bemerkenswert ist, dass im Zeitalter sozialer Medien und künstlicher Intelligenz die Jugendlichen kaum Tätigkeiten anstreben, die mit der Digitalisierung entstanden sind, sondern vor allem etablierte Berufe wie Ärztin, Lehrer, Polizist oder Managerin.

Seit PISA 2000 hat sich die Fokussierung auf wenige Berufe dabei noch um einige Prozentpunkte erhöht. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sind dabei in Deutschland, Österreich und der Schweiz die beruflichen Ambitionen insgesamt deutlich vielschichtiger als im Durchschnitt. Lediglich 40 Prozent der Jugendlichen gaben einen der besonders beliebten Berufe an. Die Forscher führen dies darauf zurück, dass die Schulen frühzeitig Kontakte in die Arbeitswelt vermitteln.

In Deutschland und Österreich fiel zudem auf, dass besonders viele leistungsstarke Schüler trotz ihrer schulischen Erfolge kein Studium anstreben, sondern sich für eine Ausbildung entscheiden. Hier vermuten die Forscher, dass die duale Ausbildung als gute Karriereperspektive wahrgenommen wird.

Karriereperspektive
duale Ausbildung

Zu denken gibt Forschern, dass viele der genannten Berufe nicht nur traditionell, sondern möglicherweise bald nicht mehr zeitgemäß sind. Die OECD geht davon aus, dass 39 Prozent der genannten Berufe dem Risiko unterliegen, in zehn bis 15 Jahren durch Automatisierung wegzufallen.

Entsprechend wichtig ist es, Schülern frühzeitig ein Bild vom Wandel des Arbeitsmarkts zu vermitteln, etwa durch Praktika und andere Kontakte in die Berufswelt, Berufsberatung oder den Besuch von Jobmessen. Hier sei man auf einem guten Weg: Solche Aktivitäten finden heute häufiger statt als noch vor 15 oder 20 Jahren.

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