Als Mercedes Benz das Rotieren lernte

von Redaktion

Im Rückspiegel: C 111-II vor 50 Jahren in Genf vorgestellt

Sportwagenikone und Medienliebling, rollendes Labor für die Entwicklung des Wankelmotors und nicht zuletzt Rekordwagen: Das ist der Mercedes-Benz C 111. Seine zweite Entwicklungsstufe C 111-II mit der Vierscheiben-Ausführung des Rotationskolbenmotors M 950 F (viermal 602 Kubikzentimeter Kammervolumen) wurde vor 50 Jahren auf dem 40. Genfer Automobilsalon vorgestellt. Der 1,12 Meter flache Flügeltürer besaß eine Karosserie aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK), die mit der Rahmenbodenanlage aus Stahlblech verschraubt wurde. Seine Höchstgeschwindigkeit betrug bis zu 300 km/h.

Der C 111-II entstand auf Basis des im Herbst 1969 präsentierten C 111. Technisch zeichnete er sich insbesondere durch den Vierscheiben-Wankelmotor aus, einen echten Sportmotor. Die Designentwicklung unter der Leitung von Bruno Sacco und Josef Gallitzendörfer begann im Sommer 1969. Unter anderem verbesserte sich gegenüber dem Vorgänger die Sicht des Fahrers durch Veränderungen an Kotflügeln, Dach und Heckdeckel. Auch die Aerodynamik wurde optimiert: Windkanalmessungen ergeben einen gegenüber dem C 111 um acht Prozent verminderten Luftwiderstand. Das Interieur zeichnete damalige moderne Ästhetik aus. Der Supersportwagen bot Platz für einen großen und zwei kleine Koffer des Mercedes-Benz-Koffersatzes.

Die damalige Daimler-Benz AG hatte am 20. Mai 1969 beschlossen, dass der C 111 als „Traumwagen“ vom 11. bis 21. September 1969 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main vorgestellt werden sollte. Nach dem Debüt gastierte der C 111 auf zahlreichen weiteren Messen und Ausstellungen. In Genf hatte dann im März 1970 die weiterentwickelte Version C 111-II Premiere.

Heute ist der C 111-II wie auch sein Vorgänger im öffentlichen Bewusstsein mit dem Orangemetallic-Farbton „Weißherbst“ verbunden. Zunächst wurde Ende der 1960er-Jahre auch eine Lackierung in „Zinnoberrot“ und ein Dekor mit Rallyestreifen angedacht. 1969 erschien der C 111 zunächst in einem weißen Effektlack und in Leuchtorange. Bis zur Premiere in Genf vor 50 Jahren setzte sich aber die Lackierung „Weißherbst“ als typische Farbe durch.

Die Entwicklung des Wankelmotor-Supersportwagens wurde bei Mercedes-Benz nicht fortgesetzt. Dennoch entstanden auf seiner Basis die Rekordfahrzeuge C 111-II D (1976), C 111-III (1977) und C 111-IV (1979). ampnet/jri

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