Konzepte für die Zukunft

von Redaktion

Immer mehr Arbeitnehmer gehen ihrer Tätigkeit seit Ausbruch der Corona-Pandemie von zu Hause aus nach. Andreas Bensegger und die Mitarbeiter seines Fachbetriebs für Büro-Artikel betreuen etwa 5000 gewerbliche Kunden. Viele davon mussten ihre Mitarbeiter mit Material für das Arbeiten im Homeoffice ausstatten. Eine Herausforderung – auch für Büro-Ausstatter. Bensegger hat mit den OVB-Heimatzeitungen über die Probleme gesprochen, denen seine Branche im Moment gegenübersteht. Und erklärt, welche neuen Möglichkeiten sich nach der Krise für die Unternehmen ergeben könnten.

Herr Bensegger, vor welchen Problemen stehen Sie als Büro-Ausstatter im Moment?

Im Prinzip ist das größte Problem die veränderte Marktsituation. Für das mobile Arbeiten musste möglichst schnell viel Ausstattung her: Laptops, Mäuse, Ausrüstungen für Videokonferenzen – das alles haben die Unternehmen förmlich abgesaugt. Bei Laptops stehen zum Beispiel oft nur noch die teureren Varianten zur Verfügung. Statt vorher 600 Euro für ein „vernünftiges“ Modell muss man gerade bis zu 1500 Euro hinblättern.

Was bedeutet das für Sie?

Wir als Ausstatter sind mehr gefordert. Wir kennen den Markt aber gut, haben langjährige Partner und bemühen uns, Lösungen zu finden.

Dadurch ergeben sich aber auch Chancen, oder nicht?

Ja, auf jeden Fall. Themen wie Homeoffice oder flexibles Arbeiten werden jetzt einfach vorgezogen. Unternehmen, die sich zuvor nie damit beschäftigt haben, sind jetzt dazu gezwungen.

Und diese Strukturen bleiben ja auch längerfristig erhalten…

Genau. Die aktuelle Krise wird das Kommunikationsverhalten nachhaltig verändern. Schrittweise wird es in Richtung papierloses Büro gehen, auch strukturell werden sich viele Dinge anders ergeben. Spannend ist generell, dass sich viele Betriebe schon für die Zeit nach dem flächendeckenden Homeoffice rüsten und zum Beispiel jetzt schon Tastaturen zum Austauschen bestellen und so weiter.

Gibt es noch mehr Positives aus Ihrer Sicht?

Ja, zum Beispiel, dass unter anderem die Nachhaltigkeit angestoßen wird: Wer früher schnell mal ein Dokument an den Drucker geschickt hat und dazu in Zeiten des Homeoffice keine Möglichkeit mehr hatte, wird sich den ein oder anderen „sinnlosen“ Ausdruck in Zukunft vielleicht sparen. Außerdem ist innerhalb der Unternehmen ein Zusammengehörigkeitsgefühl entstanden. Ich kenne zum Beispiel einen Betrieb, in dem die Mitarbeiter freiwillig auf einen Teil ihres Lohns verzichtet haben, um die Firma zu entlasten – das ist meiner Meinung nach ein sensationeller Ausdruck von Loyalität. Der momentane Wandel bringt die Wirtschaft in gewisser Hinsicht also auch weiter und wirft sie nicht nur zurück.

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