Psychisch fit bleibenim Homeoffice

von Redaktion

Die aktuelle Pandemie stellt für alle eine neue Situation dar. Die Menschen sorgen sich um nahestehende Personen und nicht zuletzt um die eigene Gesundheit. Das öffentliche Leben ist eingeschränkt. Angst ist in dieser Situation eine ganz normale und angemessene Reaktion. Diese Angst zu bewältigen, wird schwieriger, wenn gleichzeitig vertraute Routinen verändert werden müssen und der ganze Alltag auf den Kopf gestellt ist etwa durch ein von Arbeitgeber/innen veranlasstes
Homeoffice. Umso wichtiger ist es, psychisch gesund durch diese Zeit zu kommen. Dipl.-Psych. Julia Leithäuser, Stellvertretende Landesvorsitzende DPtV-Landesverband NRW-Nordrhein empfiehlt daher:

1.Es gilt, für eine Tagesstruktur zu sorgen – auch wenn Büro- und Heim-Arbeit in den kommenden Wochen nicht mehr an getrennten Plätzen stattfinden werden. Vielleicht kann die Zeit, die sonst für den Weg zur Arbeit eingeplant war, für ein Frühstück in Ruhe eingesetzt werden – und trotzdem sollte sich der Arbeitnehmer zur gewohnten Zeit an den Schreibtisch setzen. Es sollte einen festen „Arbeitsplatz“ innerhalb des Zuhauses geben, der dann zu den gewohnten Pausenzeiten verlassen werden kann. Wenn die eigene Tätigkeit sonst mit viel Kontakt zu Kolleg/innen verbunden ist, sollte man versuchen, soweit möglich, diese über Telefon und digitale Medien aufrechtzuerhalten.

2.Für Bewegung sorgen. Regelmäßig Atem- und Dehnübungen, gerne auch bei geöffnetem Fenster, halten fit. Angst ist vor allem eine körperliche Reaktion. Durch Atmen und Bewegungsübungen kann jeder seinem Körper signalisieren: „Jetzt in diesem Moment ist hier alles in Ordnung.“ Generell sollten wöchentlichen Sportzeiten beibehalten werden, falls sie sonst auch ein Teil des Alltags sind. Gegebenenfalls kann auf Indoor-Aktivitäten ausgewichen werden. Apps und Videokanäle können dabei unterstützen, viele heimische Fitnessstudios bieten mittlerweile Online-Kurse wie Yoga oder anderes auf Kanälen wie Youtube oder Facebook an.

3.Ausreichend essen und trinken. Für die psychische Stabilität ist die Ernährung eine wichtige Grundlage. Bei hohem seelischem Stress braucht der Körper mehr Flüssigkeit. Regelmäßige Mahlzeiten helfen außerdem bei der Aufrechterhaltung einer Tagesstruktur.

4.Und nach der Arbeit? Nach Beschäftigungsmöglichkeiten in der Wohnung Ausschau halten. Jetzt ist Zeit für den Frühjahrsputz! Jeden Tag sollte eine kleine Aufgabe anstehen. Auch das hilft bei der Tagesstrukturierung und beugt depressiven Verstimmungen vor. Vielleicht ist jetzt die Zeit, lang vergessene Hobbys zu reaktivieren, eventuell sogar aus Kindertagen. Besonders geeignet ist alles, was das Gehirn fordert, sodass es gar nicht dazu kommt, sich zu sorgen – zum Beispiel Sudoku, Puzzle, Handarbeiten, Programmieren oder Sprachen lernen.

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