Noch eine konsequente Entscheidung: Volkswagen hat als einziger Massenhersteller den Trend im Markt so ernst genommen, dass heute das Flaggschiff der Personenwagen-Palette der Marke ein SUV ist, nicht etwa eine klassische Limousine. Von der inzwischen dritten Generation verkaufte das Unternehmen in Summe rund eine Million Exemplare – Grund genug, den Erfolg mit dem Sondermodell „One Million“ zu veredeln.
Modern, aber konservativ gediegen zeigt sich dieser im Innenraum. Gestaltung, Materialien und Verarbeitung unterstreichen gleichzeitig die Wertigkeit und den Anspruch als Topmodell in dieser Preisklasse bis hin zu digitalem Cockpit und farbigem Head-up-Display. Bei den Assistenzsystemen und dem Infotainment fehlt es an nichts.
Klasse hat im SUV-Geschäft auch etwas mit Masse zu tun. Der Touareg wiegt leer mindestens 2070 kg, zählt also auch zu den Zweitonnern, liegt aber deutlich dichter an der Grenze als der Wettbewerb. In den Kofferraum passen 810 Liter und maximal 1800 Liter. Er hat also auch handfeste Qualitäten, nicht nur auf glatten europäischen Straßen.
Schätzt die Autobahn mehr als das Gelände
Auch die Einordnung als Geländewagen ändert nichts daran, dass der Touareg die Autobahn mehr schätzt als das derbe Gelände. Mit Luftfeder erhebt er sich deutlich über die Straße, auch mit der besonderen Einstellung fürs Gelände kann er deutlich mehr als schlechte Wegstrecken überwinden. Aber die Werte für Böschungs- und Rampenwinkel zeigen die Grenzen im Gelände, die er auf Asphalt vergessen lässt.
Die Acht-Gang-Automatik arbeitet unspektakulär im Hintergrund, Luftfeder und die Möglichkeiten, das Fahrwerk auf die Situation einzustellen, führen schon nach kurzer Bekanntschaft beim Fahrer zu der Gewissheit, dass dieses Auto ihn nicht fordern, sondern eher verwöhnen wird.
In der Innenstadt ist der Wendekreis von mehr als zwölf Metern zwar hinderlich, aber Kameras und der Einpark-Assistent erleichtern das Leben auch in der Enge. Schließlich hat der Fahrer genug Raum um sich herum, dazu noch eine gute Übersicht und die Sicherheit der vielen Sensoren, die auch auf Fußgänger aufpassen. Teilautonomes Fahren entschädigt besonders bei langen Autobahnetappen für das Zirkeln in engen Innenstädten.
Wer es sich leisten kann oder will, lebt mit dieser Fahrzeugklasse bequem, solange er sich nicht daran stört, das Prachtstück auf den meisten Autobahnbaustellen wegen der Außenbreite von 2,19 Metern auf die rechte Spur zwischen die Lkw steuern zu müssen. Nichts ist perfekt. ampnet/Sm