In ungewissen Zeiten ist es besonders wichtig, auf sein Wohlbefinden zu achten. Aber wie soll das gehen, wenn man nicht verreisen kann, Fitnessstudios sowie (Wellness-)Hotels geschlossen sind und man sowieso zu Hause bleiben soll? Gesundheitsexperten vom Allgäu über Italien bis nach Asien wissen, wie man auch in den eigenen vier Wänden und mit einfachen Mitteln seine Abwehrkräfte stärken und den Körper entgiften kann.
Immun-Booster Kneipp-Therapie
Dr. Hans-Martin Beyer absolvierte bereits vor seinem Studium eine Ausbildung zum Kneipp-Bademeister. Er empfiehlt die Hydrotherapie nach Kneipp zur Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte. „Regelmäßig angewandt, tut man mit dieser spezifischen Methode schon viel für sein Immunsystem“, so der ärztliche Leiter des Medizinischen Versorgungszentrums Enzensberg in Füssen/Allgäu. „Zudem ist sie kostengünstig und zu Hause leicht umsetzbar, denn man benötigt lediglich Wasser.“ Am einfachsten durchsetzbar sind Kneipp’sche Waschungen mit einem kalten Waschlappen auf dem warmen Körper. Dabei fängt man immer auf der herzfernen, rechten Seite an Füßen oder Händen an, vergrößert dann die Ausdehnung auf Beine und Arme, schließlich auf Unter- bzw. Oberkörper. Waschungen am Oberkörper sollten morgens, am Unterkörper vor dem Zubettgehen erfolgen. Mithilfe eines Gießrohrs (erhältlich im Einzelhandel anstelle eines üblichen Brausekopfs) lassen sich die Waschungen zu Güssen intensivieren, da der drucklose Wasserstrahl mehr Thermorezeptoren in der Haut reizt.
Der Kurort Füssen hält neben öffentlichen Kneipp-Stationen auch spezialisierte Gesundheitsgastgeber bereit.
Ölziehen zum Detoxen
Als Träger wertvoller Omega-3-Fettsäuren unterstützt Olivenöl die Stärkung des Immunsystems. DesOlive-Gründerin Louisa Hentschel empfiehlt Ölziehen als tägliches Entgiftungsritual: „Der beste Zeitpunkt ist gleich morgens nach dem Aufstehen, also auf nüchternen Magen. Mit einem Esslöffel bestem Pflanzenöl spült man die Mundhöhle für drei bis 15 Minuten kräftig durch, Bakterien und andere Schadstoffe werden dadurch gebunden. Zusätzlich hilft die Methode gegen Entzündungen.“ Die hochwertigen Produkte von DesOlive stammen zu 100 Prozent aus eigenem Anbau in der italienischen Maremma, wo sie frei von Konservierungs- und Farbstoffen kalt gepresst und abgefüllt werden. Ein Indikator für frische Früchte allererster Güte: Während Natives Olivenöl Extra (Olio extra vergine) der höchsten Qualitätsstufe einen Säuregehalt von bis zu 0,8 Prozent aufweisen darf, verzeichnen DesOlive-Produkte nur einen Anteil von maximal 0,29 Prozent.
Allzweckwaffe Sanddorn
Dass die unter anderem in Südtirol beheimatete Beere dem Körper auch von innen angewandt gut tut, weiß Verena Voltolini, Leiterin des MySpa in der Therme Meran: „Sanddorn enthält weit mehr Vitamin C als Orangen oder andere Zitrusfrüchte. Zudem ist er reich an Beta-Carotin, Provitamin A, Vitamin E und Mineralstoffen.“ Laut der 36-Jährigen mobilisiert das Ölweidengewächs die Abwehrkräfte, beugt Krankheiten vor und ist sogar dann noch sinnvoll, wenn man schon mitten in einer Erkältung steckt. Außerdem bekämpfen Vitamin C und die enthaltenen Flavonoide freie Radikale. Vitamin B12 hilft zudem bei depressiver Verstimmung, Vitamin B1 und B6 stärken die Nerven.
Ein Esslöffel pro Tag reicht
„Sanddorn ist so gehaltvoll, dass ein Esslöffel pro Tag davon ausreicht – aufgelöst in Wasser, gemischt mit Honig oder gemeinsam mit anderen Früchten verzehrt. Es gibt ihn als Direktsaft im Reformhaus oder in Apotheken als Extrakt“, so die Südtirolerin mit langjähriger Expertise bei Wellnesseinrichtungen im In- und Ausland. www.termemerano.it.