7605 Euro – ein stattliches Monatsgehalt. Laut der Rechnung eines Verbraucherportals aus dem vergangenen Jahr müsste eine Mutter genau diesen Betrag auf ihrem imaginären Lohnzettel stehen haben. Erzieherin, Köchin, Krankenschwester, Lehrerin, Raumpflegerin – alle diese Berufe und sogar noch einige mehr vereinen Mütter an einem ganz normalen „Arbeitstag“ in ihrer Person. Die schon etwas ältere Aufstellung eines amerikanischen Portals für Lohnvergleiche kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Eine Vollzeitmutter müsste demnach so viel verdienen, wie ein Anwalt.
Interessant sind diese Rechnungen vor allem vor dem Hintergrund einer Studie der Internationalen Arbeitsorganisation ILO von 2019: Sie ergab, dass Frauen in Deutschland pro Tag vier Stunden und 29 Minuten unbezahlte Arbeit in Haushalt und Familie leisten. Auch wenn beide Eltern in einer Familie berufstätig sind, sind Frauen damit diejenigen, die aus wirtschaftlicher Sicht am kürzeren Hebel sitzen. Auch und gerade in der Corona-Krise wird deutlich, dass diese ungleiche Verteilung in manchen Bereichen des alltäglichen Lebens mitschwingt: Sind es doch oft die Mütter, die sich zur Hauptzeit der Krise fast vierteilen mussten, um Arbeit, Haushalt und Schulbetreuung der Kinder unter einen Hut zu bekommen.
Zwischen Haushalt und Hausaufgaben
Da taucht der Zweijährige gerade seine Hand in die Fingerfarbe, die Viertklässlerin braucht Hilfe beim Mathe-Arbeitsblatt, die Nudelsoße fängt an zu spritzen – und in diesem Moment kommt der Video-Anruf aus dem Büro. So oder ähnlich erging es in den vergangenen Wochen vielen Müttern in Deutschland. Ein Ende war zwischenzeitlich nicht in Sicht.
Freilich gibt es genauso viele Väter, die in der Krise leisten, was sie vorher vielleicht nie gedacht hätten. Auch sie wechseln vom Homeoffice an den Küchentisch, verlagern ihre Arbeit in die Nacht, jonglieren zwischen Dreisatz und Deutsch- Aufsatz, schlichten Grabenkämpfe im Kinderzimmer und hängen nebenbei noch die Wäsche auf. Um auf die Vergütung dieser Aufgaben zurückzukommen: Was ist diese „Arbeit“ nun wert? Und ist es wirklich richtig, sie aufzurechnen? Nein. Denn zum Elternsein und zum Leben in einer Familie gehören alle diese Aufgaben letztendlich dazu. Dass ein Virus fast wie aus dem Nichts auftaucht und den Alltag vieler Familie komplett auf den Kopf stellt – das konnte noch Anfang des Jahres niemand vorhersehen. Es bleibt am Ende einfach nur eins, nämlich „Danke“ zu sagen: Liebe Mütter und Väter, euer Einsatz ist einfach unbezahlbar!