Auch das zulässige Höchsttempo kann zu schnell sein

von Redaktion

Bei dem Gros der Unfälle ist eine nicht angepasste Höchstgeschwindigkeit das Problem

Nicht angepasste Geschwindigkeit bleibt eine der Hauptursachen bei Verkehrsunfällen mit Todesfolge. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, waren im vergangenen Jahr 32 Prozent der Menschen, die bei einem Verkehrsunfall ums Leben kamen, Opfer eines Geschwindigkeitsunfalls. Fahrer müssen dabei noch nicht einmal die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschreiten. Fahren mit der normal zulässigen Geschwindigkeit kann in problematischen Verkehrssituationen schon zu schnell sein, etwa bei hohem Fahrzeugaufkommen oder bei Glätte, Nässe oder Nebel.

Die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit muss also nicht immer die richtige sein, betonen Fachleute. Laut Statistik registrierte die Polizei im vergangenen Jahr in 41173 Fällen nicht angepasste Geschwindigkeit als Ursache eines Unfalls mit Personenschaden. Lediglich in 2130 Fällen überschritten die Fahrzeuglenker dabei die zulässige Höchstgeschwindigkeit, betont das Goslar Institut für verbrauchergerechtes Versichern. Die Zahl der Schwerverletzten bei Geschwindigkeitsunfällen bewertet das Statistische Bundesamt mit 345 je 1000 Unfälle mit Personenschaden ebenfalls als „überdurchschnittlich hoch“.

Zwar sank die Zahl der Verkehrstoten auf einen neuen Tiefststand, dafür aber erreichte die Zahl der Verkehrsunfälle selbst einen neuen Rekordwert: Laut Destatis zählte die Polizei im vergangenen Jahr insgesamt 2,7 Millionen Verkehrsunfälle auf deutschen Straßen − so viele wie noch nie seit 1991.

Mehr Radfahrer kamen ums Leben

Im Gegensatz zu dem Rückgang bei den Verkehrstoten insgesamt erhöhte sich die Zahl der im Verkehr getöteten Radfahrer seit 2010 um 16,8 Prozent. Zu diesem Anstieg dürfte beigetragen haben, dass mehr Menschen das Fahrrad für den Weg zur Ausbildung oder zur Arbeit nutzen. Unfälle mit anderen Zweirädern, wie Motorrädern und Motorrollern, stellen aus Sicht der Statistiker überwiegend ein „Schönwetter- und Freizeitphänomen“ dar. Hier häufen sich Unfälle an Wochenenden in den Monaten April bis Oktober. Für Menschen, die auf einem Kraftrad ums Leben kamen, weist die aktuelle Unfallstatistik ein Minus von 14,7 Prozent im Vergleich zu 2010 aus. Und die Zahl der im Verkehr getöteten Fußgänger ging um 12,4 Prozent zurück. ampnet/jri

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