Der Lago Maggiore zählt zu den beliebtesten der oberitalienischen Seen und gehört im Osten zur Lombardei, im Westen zum Piemont und ganz im Norden sogar zur Schweiz. Hier treffen landschaftlicher Reiz sowie kulturelle Vielfalt aufeinander.
Von Mailand her kommend erreicht man die lombardische Seite des Lago Maggiore und verbindet dies mit einem Besuch der Rocca di Angera, einer mittelalterlichen Burg. Diese wartet im neu renovierten Teil mit der Ausstellungsreihe Continuum auf: wegweisende, zeitgenössische Kunst, wie derzeit der Ausstellung Fantastic Utopias.
Danach setzt man mit der Autofähre von Laveno nach Intra über, und befindet sich im Piemont. Im malerischen Ort Cannero finden Gäste traumhafte Unterkünfte, oftmals in historischen Gebäuden.
Cannero selbst überzeugt durch seine umwerfende Riviera, an der sich beeindruckende Villen aus der Zeit um 1920 aneinanderreihen. Vom Boot oder von einem der Wanderwege aus lassen sich die Gebäude mit ihren Türmchen und Erkern bewundern.
Der Badestrand wurde als einer der saubersten und sichersten mit dem Award der Blauen Flagge ausgezeichnet. Schlendert man durch die kleinen Gassen bergan, trifft man auf den Parco degli Agrumi. Der Zitrusfrüchtepark entstand hier, am windgeschützten Hang und zeigt die verschiedensten Sorten wie Orangen, Zitronen und Pomelo mit ihren Abkömmlingen im duftenden Park sowie in einem kleinen Mini-Museum, in dem man in die Welt der Obstkultivierung eintauchen kann.
16 Hektar großer Park
Weiter geht es nach Verbania zur Villa Taranto und deren Botanischem Garten. Vom Frühjahr bis Ende Oktober erstrahlt der 16 Hektar große Park in wechselnder Blütenpracht. Das Gewächshaus birgt die seltene Königin der Wasserpflanzen, die Victoria Cruziana, die sonst in den großen Flussbecken Südamerikas zu Hause ist. Die riesigen Seerosenblätter können bis zu zehn Kilogramm tragen und erreichen einen Durchmesser von bis zu zwei Metern.
Hier trifft man auf den größten Lotusblütenpark Europas und freut sich über den seltenen riesigen Mammutbaum. Der Herbst verwandelt den Park in ein wahres Feuerwerk an Farben, ein Spektakel über das sich auch der schottische Edelmann, Begründer des Parks im Jahr 1931, erfreut hätte.
Im bergigen Hinterland des Lago Maggiore, rund zehn Kilometer nach Domodossola, liegt das kleine mittelalterliche Dorf Oira. Es scheint, als wäre die Zeit stehen geblieben.
Hier lebten die Menschen von der Arbeit in den Steinbrüchen – leben sie teils bis heute davon. Das Museo GRANUM in Baveno erzählt rund um den Steinabbau. Granit und Marmor, die edlen Steine bildeten über Jahrhunderte die Lebensgrundlage vieler Menschen im Hinterland des Lago Maggiore. Der Abbau war eine schwere Arbeit, die die Landschaft und das Leben prägten. Wer will, erlebt auf dem Sentiero di Picasass selbst, wie steinig der Weg für die Steinmetze war.
Kleine verwinkelte Steinhäuser, deren Dächer mit dem hier vorkommenden Granit gedeckt sind, schmiegen sich an den Hügel. Der Dorfbach treibt bis heute die Mühle an, um Korn zu mahlen. Auch in der Dorfkäserei kommt man noch immer – wie früher – zusammen, um über dem offenen Holzofen die Milch zu erhitzen. Daraus entstehen die herrlichen Käselaibe des Ossolano Prunent, den es in verschiedenen Reifestadien zu verkosten gibt.
Wer hätte gedacht, dass man hier auch Teil des Open-Air-Musikfestivals Tones on the Stones sein kann. Zum 14. Mal bringt das Festival heuer Musik von Klassik bis Jazz in stillgelegte Steinbrüche um den Lago Maggiore.
Das Stresa Festival folgt vom 20. August bis 5. September mit Kunstgenuss und macht den Musiksommer am Lago Maggiore auch heuer unter Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen zu einem klingenden Erlebnis.
Von Baveno oder von Stresa aus setzt man über, wenn man die kleinen, zauberhaften Inseln Isola Bella oder Isola dei Pescatori besichtigen will.
Die Isola Bella ist eine märchenhafte Schönheit im Lago Maggiore, eine der spektakulärsten barocken Garten- und Palastanlagen weltweit. Unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften ist das Territorium öffentlich zugänglich.
Nach der Isola Bella und einer Besichtigung des Palazzos Borromeo mit seinen prachtvollen Sälen, Kunstwerken und einzigartigen architektonischen Schätzen wie den Grotten und den prachtvollen Gartenanlagen, sollte man auch unbedingt die Isola Madre besichtigen, um dort in eine ganz andere Gartenkultur einzutauchen.
Auf der größten der Borromäischen Inseln begibt man sich auf eine Reise voller exotischer Farben und Düfte, zwischen den Blüten und seltenen Pflanzen des botanischen Parks im englischen Stil.
Auf der Isola Madre schaffen Blütenpracht, exotische Pflanzenarten, Düfte und seltene Pflanzen eine idyllische Atmosphäre, in der die Zeit still zu stehen scheint. Möglich macht das das besondere Klima, welches hier, mittig zwischen den Ufern vorherrscht.
Auch im Palazzo Madre gibt es viel zu besichtigen: Am schönsten ist die Ausstellung der unterschiedlichsten Marionetten und ihrer zauberhaften, fantasievollen Theaterbühnen aus früheren Zeiten.
Die kleine, eigenständige Fischerinsel Isola dei Pescatori bezaubert schon bei der Anfahrt. Schmale Gässchen, ziehen sich durch den Ort mit seinen vielen kleinen Restaurants und irgendwie scheint jeder Blick wie ein Stillleben. Oft hängen Fischernetze in den Eingangsbereichen, bunte Boote säumen das Ufer.
Mehr unter www.derlagomaggiore.de oder www.lastsecrets.de. Adelheid Wanninger