Es hört sich einfacher an, als es ist: Entspannt einschlafen kann nämlich eine echte Herausforderung sein. Wenn der Stress des Tages einfach nicht aus dem Kopf verschwinden will oder die Gedanken schon bei der Planung des nächsten Morgens sind, ist an Schlaf oftmals nicht zu denken. Doch das für die Bildung des Schlafhormons Melatonin notwendige Hormon Serotonin bildet der Körper nur im entspannten Zustand. Entspannung ist daher eine wesentliche Voraussetzung für einen guten Schlaf.
Stress abbauen vor dem Schlafengehen
Dem einen helfen einige ruhige Stunden vor dem Zubettgehen. Andere bauen den Tagesstress mit Sport ab. Wichtig ist dann, dass der Körper genug Zeit vor dem Schlafen bekommt, den angeregten Kreislauf und Stoffwechsel wieder zu beruhigen. Meditation, autogenes Training oder spezielle Entspannungstechniken helfen zudem, wenn der Schlaf auf Dauer nicht kommen will.
Ein wenig beachteter Faktor für das Gelingen des guten Schlafes ist die Gestaltung des Schlafzimmers.
Zwar wird dem Bett mit all seinen Bestandteilen in der Regel noch ausreichend Aufmerksamkeit gewidmet. Zirbenholz etwa ist als schlaffördernd bekannt. Es beruhigt nachweislich, senkt Herzfrequenz und Blutdruck.
Doch auch die übrige Einrichtung des Schlafzimmers beeinflusst das Wohlbefinden und damit die Schlaf-Qualität. Evolutionstechnisch gesehen hat der Mensch erst einen kurzen Zeitraum in einem möblierten Schlafzimmer verbracht. Der Urmensch suchte sich seinen Schlafplatz in der Natur. Auf die heutige Zeit angewendet bedeutet das: Eine Einrichtung kann vordergründig gefallen. Der innere Urmensch in einem lehnt die Ruhestätte aber ab, weil sie möglicherweise seine tiefsten Sicherheitsbedürfnisse nicht erfüllt. Dagegen wehrt sich der Körper mit Schlafstörungen.
Grundbedürfnisse je nach Wohn-Typ
Angelehnt an die Schlaf-Präferenzen der Urmenschen bedient sich die Wohnpsychologie bei der Findung der Grundbedürfnisse einer einfachen Methode. Vier Typen werden unterschieden: Die Menschen bevorzugten demnach als Schlafplatz entweder eine bergende Höhle, einen Übersicht gewährenden Hügel, einen schützenden Baum oder einen Sicherheit gewährenden, selbst geschaffenen Raum.
Um herauszufinden, welcher Typ man ist, hilft eine Innenschau vor dem Einschlafen. Dabei ist der Bezug auf die Realität nicht förderlich. Eine Höhle ist also nicht unbedingt kalt, feucht und finster. Ein Wald nicht gefährlich.
„Stellen Sie sich die Suche wie in einem Märchen vor – Wenn alles möglich wäre, wenn es keine Grenzen der Vernunft und Machbarkeit gäbe, wo würden Sie am liebsten schlafen? Wo fühlen Sie sich absolut sicher, entspannt und geborgen?“, so Dr. Franz Wansch, Wohnpsychologe aus Wien.
Wohlig schlafen unter einem alten Baum
Wie aber findet man diesen geträumten Platz in der Realität? Indem man ganz nah an dem inneren Bild, der sogenannten Anmutung bleibt. Schläft man in seiner Fantasie gerne unter einem alten Baum, zum Beispiel einer Eiche, wird das ideale Bett keine Laminatoberfläche haben oder aus Metall sein.
Wichtig bei der Auswahl und Gestaltung ist es laut Dr. Wansch, in sich hineinzufühlen. Anfangs sei es zwar schwer, den blockierenden Verstand zu bremsen. „Es ist jedoch erstaunlich, wie leicht das Entscheiden wird, wenn man der Bauchintelligenz, also den Emotionen, folgt. Sie führen einen auf geradem Weg zum ureigenen individuellen Wohlfühlen und Entspannen“, betont Wohnpsychologe Dr. Wansch.
Hilfreich könne es zudem sein, bei der Entscheidung nicht nur die Augen, sondern auch die anderen Sinne mit einzubeziehen.
Auf diese Weise lässt sich der gesamte Schlafraum entwickeln. Fragen dabei sind zum Beispiel: Wie weich ist der Boden unter dem erträumten Baum? Welche Lichtstimmung herrscht dort? Entsprechend wählt man dann den Teppich oder die Beleuchtung aus.
Auf diese Weise kann man sich einer individuell passenden Einrichtung annähern, die statt kurzfristiger Modetrends dem eigenen Charakter entspricht und nachhaltig zu einem entspannten Schlaf verhilft.chk