Der Blick ins Federmäppchen offenbart ein buntes Sammelsurium an Radiergummis, Spitzer, Zirkel und vor allem Stiften. Ob dreieckig oder hexagonal, mit Grafit oder Tinte: Schulstifte prägen, wie erste Buchstaben und Schriftzeichen entstehen.
Wann genau Bleistift, Tintenfüller und Co. die Klassenzimmer der Welt eroberten, ist nicht eindeutig zu beantworten. Viele Schreibgeräte entwickelten und verbesserten sich parallel zueinander. Zugleich unterschieden sie sich zeitlich in ihrer Handhabung, Wartung oder auch im Preis. „Wir sehen ebenfalls bei uns im Unternehmensarchiv, dass gleichzeitig unterschiedliche Schreibwerkzeuge für die Schule angeboten wurden“, sagt Britta Olsen, Leiterin Marke und Kommunikation bei Staedtler. Schriften und Schreibwerkzeuge beeinflussten sich gegenseitig. So entwickelte sich beispielsweise unter der stabilen Kielfeder im 19. Jahrhundert die deutsche Schreibschrift, da mithilfe der Feder feine und gleichmäßige Schriftzüge möglich wurden. Auch in anderen Ländern differenzierten sich über die Jahrhunderte hinweg verschiedene Schriften aus.
Bleistift als
Dauerbrenner
Ganz gleich, welche Schrift erlernt wird: In Grundschulen weltweit wird regelmäßig der Bleistift als erstes Schreibwerkzeug verwendet. Während in Europa dabei die Härte HB bevorzugt wird, verwenden die Schülerinnen und Schüler in Asien überwiegend weichere Bleistiftspitzen. Ursprünglich im England des 16. Jahrhunderts entwickelt, ist der Bleistift beispielsweise im deutschen Sprachraum – inzwischen in Holz gefasst – seit Mitte des 19. Jahrhunderts ein treuer Begleiter in der Schule.