„Die Gemeinde steht finanziell sehr gut da“, freut sich Bürgermeister Matthias Schnetzer. Seit zwei Jahren ist sie schuldenfrei und das bei einer Rücklage von etwa 16 Millionen Euro. Hilfreiche Investitionen sind damit möglich.
Dass sich die Einnahmesituation so gut entwickelt hat, liegt für den Bürgermeister auch in der Vielfalt der gut 400 Gewerbebetriebe, daher sei man nicht von einer großen Firma abhängig.
Ein Standortvorteil ist ganz sicher die gute Verkehrsanbindung an Schiene und Bundesstraße 304. Andererseits birgt das auch Probleme, denen zu begegnen ist. Das soll jetzt umfassend untersucht und gelöst werden, daher gibt es eine Zusammenarbeit mit dem „Amt für Ländliche Entwicklung“. Wie soll sich die Gemeinde langfristig entwickeln, und wo – das sind die zentralen Fragen. Antworten darauf möchten die Verantwortlichen mit fachlicher Hilfe selbst erarbeiten. Das ist konkret, denn 14 interessierte Bürger und Gemeinderäte, haben bereits an einem Seminar zum Thema Dorf- und Landentwicklung teilgenommen.
Grundsätzlich gibt es in diesem Verfahren erst einmal eine Bestandsaufnahme, auch Vitalitätscheck genannt. Wie alt sind die Menschen, wie viele Leerstände gibt es, wie könnte sich der Bedarf entwickeln und vieles andere mehr.
Verkehrsgutachten
für sichere Straßen
Ein Planungsbüro begleitet dieses über Jahre laufende Verfahren. Eine Rolle spielen dabei eben auch Verkehrswege. Ein Verkehrsgutachten soll helfen, Unfallschwerpunkte und die Straßenkreuzung bei Hochhaus, Brandstätt und Staudham sicherer zu machen. Dabei gab es vor Jahren bereits eine fertige Planung für eine Unterführung. Bei den Bahnübergängen fällt leider derjenige in Viehhausen auf, der knapp über der Stadtgrenze zu Wasserburg liegt: 2013 und 2018 starben dort zwei Menschen.
Insgesamt ist diese Ertüchtigung eine 2,7 Millionen Euro teure Gesamtmaßnahme, da die Übergänge Au und Roßhart, beide auf Edlinger Gebiet, bei dieser Gelegenheit auch zu modernisieren sind. Aus technischen Gründen können nur alle drei Bahnübergänge gleichzeitig technisch gesichert werden. Derzeit läuft dafür das Planfeststellungsverfahren.
Vier Straßen sind zu sanieren und auch zu verbreitern. Das sind die Verbindungen von Untersteppach nach Fürholzen, von Daburg nach Rossart, von Allmannsberg nach Bruck und die Samerstraße. Wichtig ist auch die Ladestruktur für elektrische Autos mit der Frage, wo in der Gemeinde Ladesäulen stehen könnten? Der CSU-Ortsverband regte an das zu klären, denn andere Gemeinden verfügten bereits darüber. Das Thema verfolgt der Gemeinderat weiter. Voraussichtlich wird noch im Februar eine Informationsveranstaltung statt-finden, sofern die Corona-Maßnahmen das zulassen. Zum Thema Breitband beschloss der Gemeinderat im vergangenen August eine Verbesserung. Dabei hilft das bayerische Gigabit-Förderprogramm, um die hohen Kosten von 2,5 Millionen Euro bewältigen zu können. Ziel ist es, jedem Anwesen einen Glasfaseranschluss anzubieten. Das Markterkundungsverfahren wurde bereits durchgeführt. kg