Architektonisches Schmuckstück: Bücherei im Haberkasten. Foto Lisa Franz
Die Bücherei ist nicht nur ein architektonisches Schmuckstück, sondern seit Jahrzehnten Anlaufstelle sowohl für Kinder, die sich mit ihren Eltern durch die Bilderbücherkisten arbeiten als auch für Senioren, die morgens hier ihre Zeitung lesen: Wie geht es der Bücherei nach zwei Corona Jahren? Was machen die Besucherzahlen? Wie hat sich das Ausleihen durch das digitale Portal biblioload verändert? „Ein Blick in die Vergleichsstatistik der letzten fünf Jahre zeigt, dass die Zahl der Besuche stark gesunken ist, von fast 92000 im letzten „normalen“ Jahr 2019 über etwa 56000 im ersten bis etwa 41000 im zweiten Corona-Jahr“, sagt Büchereileiterin Regina Kaiser. Hauptverantwortlich dafür seien die Schließungen. Es gab weniger Öffnungsstunden und damit weniger Gelegenheit für einen Büchereibesuch. Außerdem fanden während der Corona-Zeit kaum Veranstaltungen in der Bücherei statt – wenn möglich wurde in den Innenhof ausgewichen. Auch die Zahl der Sitzplätze musste eingeschränkt werden. Die verschiedenen Zugangseinschränkungen sorgten ebenfalls für Rückgänge. „Manchmal war wohl unklar, dass die Bücherei geöffnet hatte, während sich der Einzelhandel im Lockdown befand“, so Regina Kaiser.
Mehr Entleihungen pro Nutzer
Nicht ganz so stark eingebrochen ist die Zahl der Primär-Entleihungen. Das sind Ausleihen ohne Verlängerung. Interessant sind hierbei die Durchschnittszahlen: „Die Entleihungen pro Besuch sind stark angestiegen. Es wird sich wohl weniger Zeit für die Auswahl in der Bücherei genommen und es wird wohl auch „für die ganze Familie entliehen“, erklärt sich Kaiser die Zahlen. Zwar habe die Bücherei wann immer möglich und erlaubt Liefer- und Abholservices angeboten. Diese könnten das „normale“ Ausleihgeschehen aber nicht annähernd ersetzen.
Mehr digitale Ausleihen
Moderat gestiegen ist die Zahl derjenigen, die nur digital entleihen. „Ein Grund hierfür könnte auch die Verlagspolitik sein, die leider häufig stark gefragte Titel und Bestseller überhaupt nicht, verspätet oder zu teuren und nutzungsunfreundlichen Konditionen für die Onleihen zur Verfügung stellt“, mutmaßt Regina Kaiser. Für viele Menschen sei die Onleihe eine Ergänzung zum analogen Ausleihen oder war ein Behelf während der Schließungszeiten. In einem Punkt ist sich die Leiterin der Bücherei ziemlich sicher: „Es ist zu erwarten, dass nach dem Ende der akuten Pandemie die Bücherei als wichtige Anlaufstelle wieder mindestens in alter Größenordnung genutzt werden wird.“ Das zeigten allein schon die Rückmeldungen der Nutzer. vk