Trotz der einschränkenden Maßnahmen der Corona-Politik ging das Leben in den Gemeinden weiter. In vielen Gemeinden wurde gebaut, Wohnraum geschaffen, In-frastruktur erneuert, Maßnahmen für den Hochwasserschutz oder für den Ausbau der Digitalisierung getroffen. Der Blick ist in die Zukunft gerichtet, es geht darum, die richtigen Weichen für die künftigen Generationen zu stellen, in puncto Mobilität, Bildung, Lebensraum und vor allem natürlich beim Umwelt- und Klimaschutz.
Ein ganz großes Thema, mit dem sich die Gemeinden befassen, ist die Suche und Ausweisung von Bauland sowie die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Die Nachfrage nach Bauland ist hoch, die Bewerbungen um die Baugrundstücke übersteigen meist das Angebot. Das ist in kleinen Gemeinden wie Mettenheim, die über Bauparzellen in Gumattenkirchen verfügen, ebenso wie in der Stadt Mühldorf. Die stark steigenden Grundstückspreise, der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum wie auch der Bedarf an Gewerbeflächen stellt die Kreisstadt vor große Herausforderungen. Grundsätzlich soll vor Verbrauch von Flächen im Außenbereich erst einmal das Potenzial im bebauten Stadtgebiet ausgeschöpft werden. Das war auch einer der Eckpunkte im ersten Stadtentwicklungsausschuss des Jahres.
Doch auch das Thema Nachverdichtung hat es in sich. So muss die Stadt den Spagat schaffen zwischen dem Erhalt von altem Baumbestand und Grünanlagen sowie mehr Wohnraum, der wiederum Parkplätze erfordert. Von dem Ideenwettbewerb für das ehemalige Sümö-Gelände hatte sich der Gemeinderat Lösungen für die Altstadt erhofft. Der Siegerentwurf steht mittlerweile fest.
Einen gelungenen Beitrag zur Nachverdichtung konnten in Neumarkt-St. Veit bereits private Investoren mit ihrer Sanierung eines ehemaligen Brau- und Gasthauses leisten. Andernorts konnten neue Baugebiete ausgewiesen werden, so etwa in Egglkofen, wo am „Fürstberg“ 50 Bauplätze entstehen sollen. Die Gemeinde möchte umsichtig planen und zunächst erst einmal die Hälfte der Plätze erschließen. Die Gemeinde Polling konnte in Grünbach ein neues Baugebiet erwerben. Die Erschließungsarbeiten laufen bereits.
Zuzug und Bevölkerungswachstum bedeuten gleichzeitig meist auch mehr Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen. Die Gemeinde Engelsberg konnte im Oktober einen Kindergartenneubau einweihen. In Neumarkt-St. Veit bezogen ebenfalls im Herbst die Rottal-Zwerge einen Neubau in der Lorenz-Reißl-Straße. Und in Polling konnte der Neubau der Krippe „Pollinger Spatzennest“ gefeiert werden.
Neue Bauten oder Ausrüstungsgegenstände für Vereine oder Institutionen wie die Feuerwehr, den Bauhof oder auch die Kläranlagen, neue Radwege, Parkleitsysteme und vieles andere mehr zeigen, dass das Leben in den Gemeinden alles andere als stillsteht. So konnte nach fast zweijähriger Bauzeit das Feuerwehrhaus in Lochheim fertiggestellt werden. Freuen können sich die Radlfahrer im nördlichen Landkreis. Seit September ist zwischen Neumarkt-St. Veit und Egglkofen ein neugebauter Geh- und Radweg freigegeben.
Auch beim Breitbandausbau geht es voran. In vielen Gemeinden konnten die ersten Teilabschnitte abgeschlossen werden. In Oberneukirchen etwa steht der Ausbau kurz vor der Fertigstellung.
Kultur und Sport
Nicht zu vergessen die großen Feste und Veranstaltungen, die Vereine, Gemeinden und Städte organisieren. Große Erleichterung dürfte sich bei allen Freunden des Laufsports breitmachen: Die LG Mettenheim plant dieses Jahr im Mai nach zwei Jahren endlich wieder den überregional bekannten Mettenheimer Alleelauf. Im gleichen Monat ist ein Mountainbikerennen geplant. Ob große Veranstaltungen wie das Volksfest in Mühldorf stattfinden werden, steht noch in den Sternen. Die Planungen laufen aber im Hintergrund – nur für den Fall. Zu den wichtigen Anlaufstellen gehört in vielen Gemeinden auch die Bücherei, die im Kalender von Schulklassen, Familien und Senioren oft einen festen Termin hat. Trotz der zeitweiligen Schließungen haben hier Mitarbeiter und viele Ehrenamtliche Ausleihen organisiert und den Kontakt zu den Nutzern nicht abreißen lassen. Auch die digitalen Ausleihemöglichkeiten haben die Büchereien vor Ort verändert, wie auf den folgenden Seiten zu lesen ist. Aber sehen Sie auf den kommenden Seiten selbst, wie lebendig es in der Region zugeht.