Kultur trifft Lebensnerv

von Redaktion

Viel Arbeit, wenig sichtbarer Output: Das war die Quintessenz der ersten fünf Monate des vergangenen Jahres, in denen keine Veranstaltungen im Haberkasten und im Stadtsaal stattfinden durften. Ein Großteil des Kulturamts befand sich in dieser Zeit in Kurzarbeit. „Viele denken immer, wenn keine Veranstaltungen stattfinden, haben wir nichts zu tun“, so die Erfahrung von Fachbereichsleiterin Meike Borchard. „Dabei nimmt die Verschiebung von Veranstaltungen – 30 waren es allein im ersten Halbjahr – wahnsinnig viel Zeit in Anspruch. Dazu kommt die Planung der künftigen Veranstaltungen mit allen Unwägbarkeiten, die Corona so mit sich bringt.“ Und natürlich müsse man immer bereit sein, jederzeit wieder live loslegen zu können und sich mit alternativen Veranstaltungsformaten wie Livestreams auseinanderzusetzen.

Erst Ende Mai war klar, dass das Sommerfestival höchstwahrscheinlich stattfinden kann: „Normalerweise braucht das Festival einen viel längeren organisatorischen Vorlauf“, so Borchard. Umso schöner, dass das Sommerfestival im Haberkasten-Innenhof nach einem Jahr Zwangspause im Juli wieder stattfinden konnte.

Die großen Stehkonzerte mit Sasha und Laith Al-Deen mussten zwar noch mal um ein weiteres Jahr verschoben werden, dafür freuten sich in Mühldorf nicht minder beliebte Künstler wie Wolfgang Haffner oder Hannes Ringlstetter relativ kurzfristig nachrutschen zu können. Dass Kultur in der Kreisstadt ein wichtiger Lebensnerv ist, bestätigte das hohe Interesse: „Trotz Corona-Auflagen erfreute sich das Sommerfestival wie immer großer Beliebtheit und die Mehrzahl der Veranstaltungen wie Dreiviertelblut, Sternschnuppe, Ringlstetter & Band, Willy Astor, Schmidbauer & Kälberer, Federspiel waren komplett oder so gut wie ausverkauft“, bestätigt die Fachbereichsleiterin.

15 Hygienekonzepte

Um alle Besucher, die Karten hatten, trotz der Mindestabstände unterzubringen, fanden teils auch zwei Aufführungen an einem Abend hintereinander statt.

Bis zum Hotspot-Lockdown Ende November konnten die für den Herbst im Haberkasten und im Stadtsaal geplanten Veranstaltungen größtenteils stattfinden, natürlich mit reduzierter Besucherzahl und unter den jeweils geltenden Schutz- und Hygienebedingungen. „15 Schutz- und Hygienekonzepte für Haberkasten, Stadtsaal und Haberkasten-Innenhof haben wir seit der Wiedereröffnung im Juli erstellt. Für das Sommerfestival im Haberkasten-Innenhof natürlich nur eines, aber die Schutz- und Hygienekonzepte für Haberkasten und Stadtsaal mussten immer wieder neu an die jeweils geltenden bayerischen Infektionsschutzgesetze angeglichen werden“, so Borchard.

Trotzdem sei es für alle eine Riesenfreude gewesen, ab Herbst wieder einen relativ normalen Betrieb im Haberkasten und Stadtsaal durchführen zu können, wenn auch mit begrenzter Besucherkapazität: „Aber der Stimmung hat das meist keinen Abbruch getan. Die, die gekommen sind, waren wirklich dankbar für das Kulturerlebnis und halten sich auch an die Regeln. Es kommt zwar trotzdem immer wieder mal vor, dass wir auf Wunsch der Agentur die ein oder andere Veranstaltung verschieben müssen, etwa wenn Anschlusstermine wegbrechen oder eine komplette Tour verlegt wird. Aber grundsätzlich versuchen wir, so viele Veranstaltungen wie möglich stattfinden zu lassen. Oft ist es ja auch schon der Nachholtermin vom Nachholtermin vom Nachholtermin“, so Borchards Fazit. re

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