2021 war für Neumarkt-St. Veit, zumindest im Bereich von Veranstaltungen und Kultur, ein eher ruhiges Jahr – nicht nur wegen Corona. Auch das größte kommunale Streitthema, die Sanierung des Stadtplatzes, konnte endlich geklärt werden. Friede kehrte wieder ein, die Stadt setzte ihre positive Entwicklung in aller Ruhe und mit Bedacht fort und erreichte mit 6379 Einwohnern einen neuen Höchststand. Die markanteste Veränderung vollzieht sich im Herzen der Stadt: Der Stadtplatz wandelt sich seit März von einer Durchgangsstraße mit Parkplatz zu einem Ort der Begegnung und des Verweilens. Die Bagger rollten an, Straßen wurden aufgerissen und bereits neue Pflaster verlegt. „Der Stadtplatz wird schön, barrierearm und eine Stärkung des Zentrums mit Aufenthaltsqualität“, freut sich Bürgermeister Erwin Baumgartner. Ein Ort, der nicht nur in der Adventszeit oder beim Stadtplatzfest Besucher anlocken soll. Rund 5,9 Millionen Euro kostet das die Stadt, allerdings mit vier Millionen Zuschuss aus der Städtebauförderung. „Wir sehen schon die ersten Erfolge“, sagt sich Bürgermeister Baumgartner über die Fortschritte bei diesem Prestige-Projekt, das nächstes Jahr fertig sein soll.
Während am Stadtplatz noch die Presslufthämmer ertönen, wurden an anderer Stelle zwei weitere Projekte abgeschlossen. Das ist zum einen der Neubau der Kindertagesstätte „Rottal-Zwerge“, die im September ihren Betrieb aufnahm und im Mai, soweit Corona es zulässt, dieses Jahres mit einem Tag der offenen Tür offiziell eröffnet wird. Für 4,5 Millionen Euro, davon 2,5 Millionen Zuschuss, entstand an der Lorenz-Reißl-Straße in der Nähe des Neubaugebietes eine bestens erschlossene Heimat für zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen. Alles ist sehr großzügig geplant und so gebaut, dass der Bau bei Bedarf problemlos aufgestockt werden kann. Bis zu den kommenden Sommerferien werden zudem für 1,5 Millionen Euro die Grund- und Mittelschule sowie der Kindergarten „Kunterbunt“ und der Kinderhort mit dezentralen Lüftungsanlagen ausgestattet. Das wird zwar vom Bund kräftig gefördert, kostet aber immer noch gut 300000 Euro. „Das ist gut investiertes Geld in die Gesundheit unserer Kinder“, so Baumgartner. Nach 18 Jahren Vorarbeiten, Diskussionen und Planungen und einem Jahr Bauzeit wurde im September ein weiterer Traum verwirklicht: der durchgehende Radweg zwischen Egglkofen und Neumarkt-St. Veit. Für gut 2,3 Millionen Euro entstand entlang der B299, auf der täglich bis zu 5500 Fahrzeuge fahren, ein 2,8 Kilometer langer Geh- und Radweg, der einen unschätzbaren Beitrag zur Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern schafft. Die nahe Zukunft wird dagegen von einem weniger „appetitlichen“, aber dringend erforderlichen Projekt bestimmt: die Sanierung der Kläranlage für 6,5 Millionen Euro.
„Das muss einfach sein“, verweist Bürgermeister Baumgartner auf die gesetzlichen Vorgaben. Im Herbst sollen die restlichen Genehmigungen vorliegen. Dann können die Aufträge vergeben und im Frühjahr 2023 die Arbeiten beginnen, die bis zum Winter 2024 andauern werden. Natürlich spielt auch Bauland weiter eine große Rolle – und die Stadt kauft hier ständig Flächen auf, um bei Bedarf Gewerbe- und Wohnungsbau zu ermöglichen. So konnte die Stadt auf der linken Seite der Gutenbergstraße bereits 25000 Quadratmeter sowie entlang der Ludwig-Ganghofer-Straße rund 10000 Quadratmeter Grund erwerben. Das ist dringend erforderlich. Immerhin sind sowohl im Baugebiet „An der Gutenbergstraße“ sowie im neuen Mischgebiet zwischen der Birken- und Bahnhofstraße bereits alle Grundstücke vergeben und werden zum Teil schon bebaut.