Zusammen durch schwierige Zeiten

von Redaktion

Auch wenn Mühldorf mit seinem Branchenmix aus Einzelhandel, Industrie und Handwerk noch vergleichsweise gut dasteht, beherrschte Corona auch im vergangenen Jahr das Leben in der Kreisstadt. „Während Industrie und Handwerk von der Pandemie weniger zu spüren bekamen – in Mühldorf sind 2132 Gewerbebetriebe gemeldet – leidet vor allem der stationäre Einzelhandel stark unter den Einschränkungen“, fasst der Erste Bürgermeister Michael Hetzl seinen Rückblick zusammen. Die 2G-Regel hätte die Einkaufsfreude vieler Kunden massiv ausgebremst. „Nach dem Totalausfall des Weihnachtsgeschäfts 2020 war es das zweite harte Jahr in Folge“, so Hetzl. Immer mehr Kunden tätigen ihre Einkäufe online. „Mühldorf ist der Einzelhandelsstandort der Region mit einem Einzugsgebiet von rund 250000 Einwohnern. Ohne unseren vielseitigen Fachhandel und die breit gefächerte Gastronomie würde unsere Altstadt anders aussehen“, sagt Hetzl. „Wir müssen uns gemeinsam dafür einsetzen, dass unsere Kreisstadt wirtschaftlich gut durch diese schwierigen Zeiten kommt – und das fängt beim Einkaufsverhalten jedes Einzelnen an.“ Das gelte auch für die heimische Gastronomie. Viele Gäste seien nach wie vor sehr zurückhaltend.

Was die Stadt auch spürt: Die Not bei vielen Mitbürgern wächst. Die Mühldorfer Tafel verzeichne einen großen Zulauf an neuen Kunden und immer mehr Menschen würden sich beim Mühldorfer Hilfsfonds melden. Bei der Weihnachtsaktion 2021 wurden erstmals insgesamt 16400 Euro an Bedürftige ausbezahlt. Der Fokus habe klar auf der Vor-Ort-Unterstützung von Familien, Senioren und der Tafel gelegen.

Investitionen in Schulen und Kitas

Die Stadt wächst und mit ihr der Bedarf an Betreuungsplätzen und der Ausbau der Schulen. Neben der Erweiterung beziehungsweise Aufstockung der Grundschulen in Mühldorf und Mößling stehen die Modernisierung der Grundschule Altmühldorf sowie der Ausbau der Mittelschule an. Mit Blick auf die Jüngeren entsteht derzeit eine neue fünfgruppige Kinderkrippe an der Harthauser Straße, die auch Platz für einen weiteren Kindergarten bietet. Mit Holzständerwänden und einer Holzrahmen-Bauweise. Das Flachdach des zweigeschossigen Baus wird extensiv begrünt und erhält PV-Elemente. Und in der Königseestraße konnte der erste integrative Kinderspielplatz gebaut werden. Auch der Campus Mühldorf hat sich etabliert und wird erweitert. Der Freistaat Bayern unterstützt das Projekt mit rund fünf Millionen Euro. Zusätzlich konnten viele größere und kleinere Projekte realisiert beziehungsweise angestoßen worden, wie etwa die neue Aussegnungshalle am städtischen Friedhof oder der Start der Dorferneuerung in Mößling, die neben verkehrsberuhigenden Maßnahmen auch die Schaffung einer Dorfmitte zum Ziel hat. kao

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