Seit vielen Jahren hoffen die Erlstätter Bürger und Vereine sowie die Gemeindeverwaltung, dass das leer stehende alte Schulhaus an der Kreisstraße TS 3 in Erlstätt saniert und wieder mit Leben gefüllt werden kann. Im Herbst 2021 ist mit der Fertigstellung der Entwurfsplanung zur Sanierung und Revitalisierung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes (Baujahr 1910) und der Anerkennung durch den Gemeinderat wieder ein wichtiger Schritt getan worden.
Bauantrag eingereicht
Ende letzten Jahres wurde der Bauantrag eingereicht und aktuell läuft die Ausführungsplanung. Der Abriss des Anbaus aus den 1950er- Jahren, in dem sich der Pfarrsaal befindet, stellt den ersten Schritt dar, da dieser nicht dem Denkmalschutz unterliegt. Nach erfolgter Ausschreibung könnte der Abriss schon in diesem Sommer erfolgen.
Wie Dipl.-Ing. Günter Abel vom beauftragten Traunsteiner Architekturbüro Lechner zur zukünftigen Nutzung des alten Schulhauses ausführte, soll im westlichen Erdgeschoss das Pfarramt unterkommen. Östlich davon, auf der anderen Seite des Foyers, sei der bis zu 80 Personen fassende 72 Quadratmeter große Pfarrsaal vorgesehen.
Aufzug eingeplant
An der Ostseite will man den einstigen Schülereingang nach dem Abriss des Anbaus wieder freistellen. Zugänge wird es zudem von Norden und Süden geben. In das erste Obergeschoss wird man von Norden über die bestehende hölzerne Treppe aus der Bauzeit oder den dort geplanten Innenaufzug gelangen, der ein wichtiger Beitrag zur Barrierefreiheit ist.
Laut Abel könnten die westlichen Räumlichkeiten im ersten Stock als Praxis- oder Büroräume genutzt werden. Die Mutter-Kind-Gruppe und die Jugend kämen im östlichen Gebäudeteil unter.
Im zweiten Stock plant man im südlichen Westteil eine Gemeindewohnung. Nördlich davon ist das Vereinslager vorgesehen. Im östlichen Gebäudeteil sollen den Vereinen zwei weitere Räume zur Verfügung gestellt werden.
Bei allen Sanierungs- und Umbauarbeiten seien die hohen Auflagen des Denkmalschutzes zu beachten, so Abel. Originalbauteile müssten erhalten werden. Dies gelte auch für die historischen Kastenfenster, Fliesen- und Holzböden, Türen, Treppe und Putze. „Uns ist es ganz wichtig, dass man nach der Sanierung die historischen und die neuzeitlichen Bereiche ganz klar voneinander abgrenzen kann“, so Wirnshofer.
Während das Dachgeschoss auch mangels Tragfähigkeit nicht nutzbar sein wird, kommt die Gebäudetechnik (Heizung/Elektro) im Keller unter. Derzeit strebt man eine Pellets-Heizung an. In Sachen Brandschutz wird es einen Leiterhaus-Rettungsweg geben. Auch beim Immissionsschutz gibt es strenge Vorgaben. Die veranschlagten Gesamtkosten (ohne Außenanlagen) belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro.
Wie es aus dem Rathaus heißt, hoffe man, dass die Sanierungsarbeiten mit den ersten Gewerken im kommenden Herbst beginnen können. Für die Sanierung werde ein Zeitraum von zwei Jahren angesetzt. Wenn alles glatt läuft, wäre das Gebäude im Herbst 2024 bezugsfertig. mmü