Seit vielen Jahren ist die Dorfentwicklung das vorherrschende Thema im Ort. Für Bürgermeister Johann Murner (Parteifreie Wählergemeinschaft) und den zwölfköpfigen Gemeinderat nicht immer eine leichte Aufgabe, denn es gibt viele Interessensgemengelagen und wenig Platz für manche Idee.
Wie geht es weiter mit dem Klosterhof? Seit Jahren ist man sich in der Gemeinde uneins, wie man den Klosterhof weiter nutzen kann. Soll Wohnen und Arbeiten dort möglich sein, soll ein Mehrgenerationenhaus entstehen oder eine Einrichtung für betreutes Wohnen oder soll er ausschließlich Vereinen zur Verfügung stehen? Wie sein Amtsvorgänger Maier, strebt auch Bürgermeister Murner ein Gesamtkonzept an. Das Gebäude, in dem noch bis in die 80er-Jahre Klosterschwestern aus Schönbrunn lebten, soll wieder lebendig werden. Die Vermietung an einen Keramikladen in einer der ehemaligen Garagen zeige, dass „da was geht.“ Aber es müsse noch mehr Gewerbe her, um die Dorfmitte zu beleben. Es sei ein Projekt für ganz Höslwang, für das es sich lohne, Geld in die Hand zu nehmen, auch wenn dank dem Projekt Dorferneuerung Fördergelder möglich sind.
Saal für die
Gemeinde schaffen
Dem Rathauschef schwebt hier auch ein Saal vor. Ein Gemeindesaal, den man für Versammlungen oder als Turnhalle nutzen könne, sei ausreichend. Und wie es schon der Name Bürgersaal sagt, es ist ein Saal für die Gemeinde. Die Schützen müssen auch noch unterkommen. Aber selbst da wird man eine Lösung finden, gibt sich Murner zuversichtlich. Entweder im Keller, da muss noch die Statik geprüft werden, oder im Obergeschoss im Ostflügel oder eben doch als Alternative über dem Pfarrheim. Als erster Schritt wurde von der Arbeitsgemeinschaft Dorfentwicklung und dem Gemeinderat Lage und Größe des Bürgersaals festgelegt. Derzeit werden noch Kosten überprüft und die notwendigen Auflagen, dann soll eine Übersicht zeigen, was geht und was möglich ist.
Wohin mit dem Wertstoffhof?
Der Wertstoffhof ist auch seit Jahren ein Thema in der Gemeinde. Er soll aus der Ortsmitte ausgelagert werden, da sind sich alle einig, aber wohin? Angedacht waren mehrere Möglichkeiten: Am Hirschberger Weg, im Gewerbegebiet oder am Sportplatz. Gegen den Hirschberger Weg waren die Anwohner. Die Ortsgruppe 2030 könnte sich inzwischen einen Standort am Sportplatz oder neben der alten Kläranlage vorstellen.
Bei einem Ortstermin mit der Abteilung Abfallwirtschaft des Landratsamtes wurde der Standort neben der alten Kläranlage begutachtet und für gut befunden. Bürgermeister Murner favorisiert diesen Standort neben der alten Kläranlage schon länger, denn der Platz gehört der Gemeinde. Im Gewerbegebiet hingegen falle Erbpacht an, da der auf Kirchengrund liegt. Und es gebe noch einen weiteren praktischen Grund, sagt Murner: „Da viele Höslwanger in Richtung Bad Endorf orientiert sind, würde es auf der Strecke liegen.“ Schon allein das mache den Platz attraktiv als Standort für den Wertstoffhof. Einen ersten Planentwurf gibt es schon, der nun besprochen werden muss. Dann wird man sehen, wie es weitergeht.
Das Hohlwegerl, das erste Projekt der Dorferneuerung, erfreut sich seit seiner Fertigstellung vor knapp fünf Jahren großer Beliebtheit. Der Weg, der sich entlang des Bachlaufs über Jahrhunderte in eine Schlucht gegraben hat, wurde zwar schon vor Jahrzehnten angelegt, war aber ziemlich verfallen. Leider hat das Unwetter Ende Juli viel Schaden angerichtet, bedauert Bürgermeister Murner. Derzeit ist der Weg noch gesperrt. Die umgestürzten Bäume wurden aufgearbeitet, der Weg wird instandgesetzt und kann dann wieder genutzt werden. elk