Seit Mai 2020 ist Johannes Thusbaß Bürgermeister von Prutting. Zusammen mit dem Gemeinderat und der Verwaltung will er die Belange aller Bürgerinnen und Bürger Pruttings vertreten. Viele Themen stehen auf der Agenda, die Thusbaß parallel angehen will und muss.
Prutting soll Dorf bleiben. Diese These vertritt der Rathauschef und im Zuge dessen soll in den kommenden zwei Jahren gemeinsam mit dem Amt für ländliche Entwicklung ein Gemeindeentwicklungskonzept für Prutting und seine 32 Ortsteile erarbeitet werden. Schon im Mai vergangenen Jahres fand dazu eine Klausurtagung mit dem Gemeinderat und Mitgliedern der Verwaltung statt, aber Thusbaß hofft auch auf rege Bürgerbeteiligung.
Im Zuge dessen fanden Ortsteilgespräche in insgesamt sechs Ortsteilen statt, die Bürgerversammlung konnte pandemiebedingt nicht stattfinden. Mit dem verstärkten Zuzug nach Prutting sei in den letzten Jahren „vom Kindergarten bis zum Friedhof alles zu kleingeworden.“
Kindergarten soll
erweitert werden
Für Familien sei in Prutting viel geboten, findet der Rathauschef. Der Kindergarten Mariä Himmelfahrt bietet Platz für gut 120 Kinder. Da er seit einigen Jahren immer voll belegt und schon über 50 Jahren alt ist, soll der Kindergarten an der Alten Landstraße saniert und erweitert werden. Im neuen Waldkindergarten werden derzeit 25 Kinder betreut. Dieser ist im Herbst 2021 am ehemaligen Lehrbienenstand in Haberspoint neu eröffnet worden.
Die Grundschule in Pruttings Ortsmitte ist auf vier Jahrgänge ausgerichtet. Zusätzlich gibt es zwei sogenannte „Kombi-Klassen.“ Schon im vergangenen Jahr schaffte die Gemeinde mit Hilfe der bayerischen Förderrichtlinie „Sonderbudget Leihgeräte“ einen Klassensatz Tabletts an. Im Zuge der Pandemie wurden dann im vergangenen Schuljahr die Klassenzimmer mit CO2-Ampeln und Lüftungsgeräten ausgestattet. Auch im gemeindlichen Kindergarten soll hier diesbezüglich nachgerüstet werden, sagt Bürgermeister Thusbaß. Und eine Mittagsbetreuung sorgt nicht nur für das leibliche Wohl der Schüler, die bis in die Nachmittagsstunden betreut werden müssen, sondern bietet auch ein attraktives Angebot an Spiel, Spaß und Bewegung.
Ein weiteres Gebäude kann die Gemeinde jetzt ihr Eigen nennen: das Baderanwesen oder das „Bolley-Haus“, wie es in Prutting genannt wird. Das Gebäude, das unterhalb der Kirche liegt und aus dem 16. Jahrhundert stammt, soll nun ebenfalls für das Dorf nutzbar gemacht werden. Die Ideen reichen von einem Heimatmuseum über ein Trauzimmer in historischem Ambiente bis hin zu einem Backhäusl. Weitere Ideen nehme er gern entgegen, betont der Rathauschef, noch sei nichts entschieden.
Zwei Störfaktoren beeinträchtigen derzeit das einträgliche Miteinander im Dorf. Da ist der Brenner-Nordzulauf. Im Raum standen vier Trassenverläufe. Ausgerechnet die sogenannte violette Trasse ist der Favorit, die Trasse also, die von Süden über die Ostseite des Inntals kommend quer durch Pruttinger Gemeindegebiet laufen wird.
Störfaktor
Brenner-Nordzulauf
Man sei mit den Verantwortlichen im Dialog, betont Thusbaß, aber „Dialog und Einfluss sind manchmal ernüchternd.“ Und da ist noch das drohende Atomendmüllager. Als einer von 50 möglichen Standorten deutschlandweit haben sich die Behörden Teile des Pruttinger Gemeindegebietes rund um Edling, Haidham und Simssee ausgesucht. Auch hier sei man mit den Verantwortlichen im ständigen Austausch: „Wir hoffen, dass unsere Region als möglicher Standort für ein Endlager ausscheidet“, so Thusbaß.
Was plant die Gemeinde für 2022? Die Schulden tilgen, gleichzeitig neu investieren und in die Zukunft denken, das seien die Themen für das laufende Jahr. Gleichzeitig will Bürgermeister Thusbaß gemeinsam mit dem Gemeinderat, der Verwaltung und natürlich möglichst allen Bürgern parallel die vielen Themen weiterverfolgen für ein gemeinsames gutes Miteinander. elk