Durchfahren, Wohnen und mehr

von Redaktion

Die Sanierung der Ortsdurchfahrt war im 2021 ohne Frage das Ereignis, das die Nerven der Flintsbacher aber auch die der Gemeindeverwaltung am stärksten belastet hat. Das zeigte sich schon ganz zu Anfang, denn eigentlich hatte man in der Gemeinde mit der Sanierung noch nicht gerechnet: die Arbeiten waren nicht auf der Prioritätenliste des Straßenbauamtes gestanden. Sie wurden aber vorgezogen, weil das Amt diese in Verbindung mit der Erneuerung der Deckschicht durchführen wollte, die nach der Erneuerung der Trinkwasserleitung im Jahr 2020 anstand.

Gemeinde im
Ausnahmezustand

Die damit verbundene siebenwöchige Sperrung der Ortsdurchfahrt ohne Alternative, dennoch für alle Flintsbacher natürlich ein Ausnahmezustand. Dieser wurde auch zu einer Belastung für die Gemeindeverwaltung, weil einige wenige Bürger das Problem nicht beim Zwang sahen, die Deckschicht zu erneuern, sondern in der Gemeinde. „Die meisten Flintsbacher waren froh, dass die Straße saniert wurde“, sagt Bürgermeister Stefan Lederwascher. „Von einigen aber sind wir in einer Art und Weise angegangen worden, die ich vorher nicht für möglich gehalten hätte. Diskussion ist gut und richtig, Beleidigungen sind es nicht.“ Für ihn steht diese Entwicklung in Verbindung mit einem Verlust an Diskussionskultur, den möglicherweise die Corona-Pandemie mit sich brachte: „Maßnahmen, die unangenehm, aber notwendig sind, wurden früher am Ende akzeptiert, man konnte darüber aber zumindest noch vernünftig miteinander reden. Heute ist so ein Gespräch immer öfter kaum noch möglich“.

Wie wichtig es ist, miteinander im Gespräch zu bleiben, zeigt sich nach Meinung des Bürgermeisters nicht zuletzt beim Brenner- Nordzulauf. „Unser Ziel, die Verknüpfungsstelle im Inntal in den Berg zu bekommen“, so sagt er, „können wir nur erreichen, wenn die betroffenen Gemeinden in dieser Frage nah beieinanderbleiben und mit einer Stimme sprechen“. Einen Teilerfolg hatten die Gemeinden und die Bürgerinitiativen ja schon: die Regierung von Oberbayern machte es im Zuge des Raumordnungsverfahrens der Bahn zur Auflage, für die Verknüpfung nach Alternativen zu suchen. „Die Alternative“ so Stefan Lederwascher „kann für uns aber nicht darin liegen, diese Verknüpfungsstelle einfach in den Bereich der Bestandsstrecke zu verlegen. Für uns bleibt es dabei: Sie muss in den Berg, denn bei einem sogenannten „europäischen Großprojekt“ dürfen naturraumverträgliche Lösungen nicht am Geld scheitern“.

Ein Dauerbrenner ist auch in Flintsbach die Schaffung neuen Wohnraums, vor allem bezahlbaren Wohnraums für Einheimische. Das Problem dabei: Die Ausweisung der dafür nötigen Flächen und ihre Erschließung braucht Zeit. In diesem Jahr wird man in Flintsbach hier aber wieder einen entscheidenden Schritt vorangekommen sein, es wird ein Baugebiet erschlossen werden können, das in erster Linie der einheimischen Bevölkerung vorbehalten bleiben wird, den entsprechenden Grund hat die Gemeinde bereits erworben.

Bezahlbaren
Wohnraum schaffen

Auch der soziale Wohnungsbau wird nicht vergessen. Im Gegenteil: Noch in diesem Jahr soll im Bereich des alten Tennisplatzes mit dem Bau von entsprechenden Wohnungen begonnen werden, hier gelang es der Gemeinde, sich mit einem privaten Investor zu einigen.

Das Geld für Investitionen ist in der Gemeinde glücklicherweise vorhanden, die Lage der Finanzen beschreibt Bürgermeister Stefan Lederwascher als „wider Erwarten zufriedenstellend stabil“. Corona hatte in Flintsbach – wie in vielen anderen Gemeinden auch – bislang noch nicht die negativen Auswirkungen, die man anfangs befürchtete. Ansonsten aber sei mit der Pandemie nach wie vor nicht zu spaßen, meint der Bürgermeister. jt

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