Studieren in Österreich

von Redaktion

Weit über 30000 Deutsche studieren im Nachbarland Österreich. Kein Wunder: Es gibt keine Sprachbarriere und ebenso wie in Deutschland werden für die meisten Studiengänge auch keine Studiengebühren erhoben.

Dafür ist das Angebot groß: Laut dem DAAD gibt es 13 Universitäten der Wissenschaft, drei Medizinische Universitäten sowie sechs Universitäten der Künste. Hinzu kommen 21 Fachhochschulen beziehungsweise Fachhochschulstudiengänge und zwölf Privatuniversitäten.

Aufnahmeverfahren

Zugangsbeschränkungen gab es lange Zeit kaum. Mit einer fristgerechten Einschreibung an der Universität oder der Fachhochschule konnte man ins zulassungsfreie Studium starten. Das hat sich in den vergangenen Jahren jedoch langsam verändert, besonders in sehr beliebten Studiengängen wie Kommunikationswissenschaft, BWL oder auch Psychologie. Anders als in Deutschland ist man bei der Zulassung nicht so stark auf die Abiturnote fixiert, sondern in der Regel auf eigene Aufnahmeverfahren.

Für EU-Bürger sind die Voraussetzungen, um sich einschreiben zu können, vergleichsweise einfach: Für Studieninteressierte aus Deutschland reicht das Abitur, das der österreichischen Matura gleichgestellt ist. Auch das Fachabi ist im Nachbarland bekannt. Hier lassen sich ebenfalls Parallelen zu Deutschland ziehen.

Das Hochschulsystem in Österreich ähnelt ohnehin in vielen Bereichen dem deutschen. Auch dort sind die Universitäten stärker wissenschaftlich ausgerichtet, die Fachhochschulen hingegen stärker auf eine praktische Wissensvermittlung ausgelegt.

Da im Zuge des Bologna-Prozesses die Studienabschlüsse europaweit auf das Bachelor- und Mastersystem umgestellt wurden, sind auch die Abschlüsse vergleichbar. Ausnahme sind hier die Studiengänge Medizin und Zahnmedizin, die nach wie vor als Diplomstudiengang konzipiert sind.

Der Bachelor ist wie hierzulande in der Regel auf sechs Semester ausgelegt, die meisten Masterstudiengänge auf vier Semester. Studienleistungen werden mit ECTS-Punkten bewertet.

Unterschiede gibt es bei dem Start des Sommer- beziehungsweise Wintersemesters. Das Wintersemester beginnt im Nachbarland am 1. Oktober und endet am 31. Januar. Der Februar ist komplett vorlesungsfrei. Das Sommersemester beginnt dann am 1. März und endet am 30. Juni.

Etwas distanzierter als hierzulande scheint das Verhältnis zwischen Professoren und Studierenden zu sein, so berichten es viele Studierende in ihren Erfahrungsberichten.

Sonderfall Medizin

Mittlerweile kann man in Österreich Humanmedizin an sechs Universitäten studieren: an den drei Medizinischen Universitäten in Wien, Graz und Innsbruck, an der Medizinischen Privatuniversität Salzburg, an der Universität Linz in Kooperation mit der Universität Graz sowie an der Karl-Landsteiner Privatuniversität. Dreiviertel der Studienplätze werden an Studierende aus Österreich vergeben, zwanzig Prozent an andere EU-Bürger und fünf Prozent an Studierende außerhalb der EU.

Anders als in Deutschland kommt man seinem Traum vom Medizinstudium nicht mit einer Traumabiturnote näher, sondern muss, um aufgenommen zu werden, den landesweit einheitlichen Medizinertest, den MedAT-H bestehen. Der Test geht über einen ganzen Tag, fragt etwa räumliches Denken oder die Merkfähigkeit ab.

Um hier gut abzuschneiden, wird eine intensive Vorbereitung empfohlen. In ebenfalls beliebten Fächern wie Psychologie und Kommunikationswissenschaft gibt es zwar keine Quote, aber auch hier finden Aufnahmetests statt.

Sprachbarriere

Eine Sprachbarriere gibt es nicht wirklich, wohl aber Ausdrücke, die einfach ein wenig anders sind. So verstehen die Österreicher unter Ferialpraxis ein Sommerpraktikum, mit Generalien sind die Personalien gemeint und wer Rechtswissenschaften, sprich Jura studiert, studiert im Nachbarland Jus. Werden Studienleistungen nostrifiziert, sind sie anerkannt. Katharina Vähning

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